Herbstzeit ist Serienzeit

Ich bin ein Herbsttyp. Nicht nur weil mir Braun so gut steht und ich gern Tee trinke, sondern weil im Herbst die neue Seriensaison beginnt. Schon im Frühjahr, wenn ein Staffelfinale das nächste jagt und ein Cliffhanger mich fassungslos zurücklässt (ich meine dich, The Walking Dead), freue ich mich wieder auf die goldene Jahreszeit. Und siehe da, waren es gerade noch drei endlos scheinende Monate, ist er doch wieder sehr schnell da: der Serienherbst.

Ich gebe zu, in den letzten Jahren ist die Vorfreude leicht zurückgegangen. Denn wer braucht eigentlich noch die großen amerikanischen Sender um seine Seriensucht zu stillen, wenn Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime & Co. einem fast wöchentlich neue Serien ins Haus liefern? Mit Stranger Things und Master of None habe ich diesen Sommer tatsächlich auch zwei der besten Serien seit Langem gesehen – und das ohne jede Woche auf eine neue Folge warten zu müssen. Aber was soll ich sagen: die Freude auf den Serienherbst hat sich über die Jahre hinweg in mein System gebrannt und ich lege Wert auf Traditionen.

Dieses Jahr gibt es leider nicht allzu viele Formate, auf die ich mich so richtig freue, weil einige von ihnen über die Jahre hinweg ganz schön verschlissen wurden. Aber dafür sind finale Staffeln dabei, was immer spannend ist. Und außerdem steht auch noch das größte Serien-Event ever an – die Wiederkehr der Gilmore Girls im November (auch wieder Netflix sei Dank). Die Uhren stehen auf Countdown.

The Walking Dead: 7. Staffel

The Walking Dead gehört sicher nicht zu den intelligentesten Serien, die gerade laufen. Aber mit Sicherheit zu den spannendsten. Denn auch wenn die stumpfen Dialoge und die teils unlogischen Figurenhandlungen manchmal zum Haareraufen sind, habe ich Rick, Daryl, Maggie, Glenn und Co. nun schon so lange bei ihrem Überlebenskampf in der Zombie-Apokalypse begleitet, dass ich auf gar keinen Fall möchte, dass jetzt doch noch einer von ihnen draufgeht. Der Cliffhanger im Finale der 6. Staffel war besonders hart und lässt vermuten, dass es einen von der Stammbesetzung trifft. Ich hoffe sehr, dass die Serie nicht exakt den Comics folgt und bin gespannt auf den Beginn der 7. Staffel am 24. Oktober.

 The Vampire Diaries: finale 8. Staffel

Manche Serien werden so lange fortgesetzt, bis nichts Gutes mehr übrig bleibt. Und so hat auch The Vampire Diaries, einst heiß geliebte Guilty Pleasure Serie, ihren Zenit längst überschritten. Eigentlich ist die Geschichte bereits seit dem Ende der 4. Staffel auserzählt: das Liebesdreieck aus Elena und den Vampir-Brüdern Damon und Stefan hat sich aufgelöst, die Ur-Vampire, die einzig ernstzunehmenden Antagonisten, haben die Serie verlassen, um mit The Originals durchzustarten. Doch statt der Serie ein würdiges Ende zu bereiten, werden noch vier weitere Staffeln voller halbherziger, absurder Stories aus dem Hut gezaubert und der Ursprung der Serie damit immer weiter verwässert. Selbst der Ausstieg von Hauptdarstellerin Nina Dobrev nach dem Ende der 6. Staffel war nicht Grund genug, einen Schlussstrich zu ziehen. Jetzt ist es endlich soweit. Am 21. Oktober startet in den USA die finale 8. Staffel. Ich bin gespannt wie es für die übernatürliche Mystic Falls Clique zu Ende geht, vor allem da eine Rückkehr von Dobrev für das Finale wahrscheinlich ist.

New Girl: 6. Staffel

Auch New Girl gehört leider zu den Serien, die im Laufe der Jahre an Glanz eingebüßt haben. Während ich die ersten beiden Staffeln noch phänomenal fand, waren die darauf folgenden höchstens als okay zu bezeichnen. Aber da ich loyal bin und Jess, Nick, Schmidt und Winston nach wie vor großartig finde, gebe ich der Serie immer wieder eine Chance. Auch wenn mittlerweile sogar Megan Fox mitspielen darf, für die ich leider so gar keine Begeisterung aufbringen kann. In Staffel 6 (am 20. September gestartet) jedenfalls sind Schmidt und Cece verheiratet und es scheint sich wieder etwas zwischen Nick und Jess anzubahnen. Ich bin sehr gespannt und halte es nicht für unwahrscheinlich, dass auch das eine finale Staffel sein könnte.

The Affair: 3. Staffel

The Affair  ist für mich eine der besten Neuentdeckungen der letzten Jahre. Die Serie, die die Auswirkungen einer Affäre auf alle Beteiligten beleuchtet, ist spannend, großartig besetzt und brillant erzählt. Die subjektiven Blickwinkel, die vermischten Zeitebenen und die großen Zeitsprünge nach jeder Staffel lassen darauf hoffen, dass auch die dritte wieder großes Suchtpotential mit sich bringt. Am 20. November geht es los.

Girls: finale 6. Staffel

Lena Dunham weiß, wann Schluss ist und dass man eine Serie über Mittzwanziger nicht endlos in die Länge ziehen kann. Die 6. Staffel ist die letzte der HBO-Serie und das ist auch schon alles, was aktuell über diese Staffel bekannt ist. Wird Hannah endlich das finden, wonach sie gesucht hat? Gibt es eine Zukunft für Adam und Jessa? Was wird aus Marnie und Shoshanna? Das Finale von Staffel 5 fand ich ganz furchtbar und so bin ich sehr gespannt, wie es mit den verrückten Girls aus New York zu Ende geht. Der Starttermin der 6. Staffel ist erst der 12. Februar, doch die Vorfreude hat schon begonnen.

This is Us: 1. Staffel

Hin und wieder sollte man auch einer neuen Serie eine Chance geben. In den USA ist diesen Herbst eine neue NBC-Serie erfolgreich gestartet. In der Dramedy This is Us geht es um mehrere Menschen, die am selben Tag Geburtstag haben und deren Leben auf ungewöhnliche Weise miteinander verbunden sind. Die ersten beiden Folgen haben mich positiv überrascht, weil bereits in der ersten Episode eine unvorhergesehene Wende eintritt, die dem Familiendrama eine ganz eigene Erzählstruktur gibt. Ich bin gespannt, ob es so spannend weitergeht oder ob es am Ende vielleicht doch zu kitschig wird. Aus einem Grund lohnt sich die Serie aber auf jeden Fall: Milo Ventimiglia, aka Jess von den Gilmore Girls, spielt eine Hauptrolle.

Gilmore Girls: A Year in the Life

Womit wir auch schon bei der am sehnlichsten erwarteten Serie wären. Am 25. November ist es soweit. Netflix bringt vier neue Folgen der Gilmore Girls im Spielfilmformat. Das bedeutet, insgesamt 360 Minuten, also ganze sechs Stunden, in denen wir so ziemlich alle Charaktere aus Stars Hollow wiedersehen werden! Kein Wunder, dass die Fanherzen überall auf der Welt höher schlagen und Pläne für einen Gilmore Girls Marathon geschmiedet werden – selbstverständlich mit ganz viel Essen vom Lieferservice, Kaffee und allem was zu so einem echten Gilmore Abend dazugehört. Egal was wir letztendlich zu sehen bekommen – Lauren Grahams bis zur Unkenntlichkeit geliftetes Gesicht lässt da ein paar böse Vorahnungen hochkommen – es wird ein großer Spaß.

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6 Kommentare zu „Herbstzeit ist Serienzeit“

  1. Ich finde ja Deine Beschreibung zu The Walking Dead super und absolut treffend. Weil ich mich damals so über die Figuren in der ersten Staffel geärgert hatte (es aber trotzdem gern geschaut habe), habe ich einen meiner ersten Blogbeiträge darüber geschrieben, es aber irgendwie nicht hinbekommen, auch über die anderen Staffel zu schreiben (Staffel 6 muss ich auch erst noch sehen) … (https://timoluks.wordpress.com/2012/03/28/the-walking-dead-season-1/)

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    1. Herrlich dein Text und ebenfalls absolut treffend, für die erste genauso für die darauf folgenden Staffeln. Leider haben die Macher es nicht geschafft die „Schlichtheit und Eindimensionalität“ der Figuren zu beheben. In Staffel 3 und 4 hatte ich noch Hoffnung. Mit dem Gouverneur als Gegenpart hatte sich eine neue, spannende Dynamik in der Gruppe entwickelt. Aber ab Staffel 5 dümpelt es wieder so vor sich hin und wird sogar noch schlimmer, weil so viele neue irrelevante Figuren dazukommen. Staffel 7 scheint ja wieder eine große Wende zu bringen. Ich bin gespannt, glaube aber nicht mehr daran, dass sich die Erzählqualität wirklich bessert.

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    1. Die habe ich tatsächlich auch angefangen, aber nach zwei Folgen das Interesse verloren. Es ist tatsächlich gut gemacht, aber ich fand die Schauspieler irgendwie nicht überzeugend. Die Queen und ihren Mann hätte ich mir jedenfalls nicht so naiv vorgestellt.

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