Gilmore Girls: A Year in the Life

Die letzten vier Worte, mit denen Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino die Gilmore Girls seit jeher hatte enden lassen wollen, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Nach einem sechsstündigen Serienmarathon, der seine Höhen und Tiefen hatte, ließen uns diese wie aus dem Nichts kommenden Worte völlig verdattert und kein bisschen befriedigt zurück. Denn was sollte das eigentlich anderes sein als Effekthascherei? Weder passte diese Wendung zur vorangegangen Story, noch brachte sie einen richtigen Abschluss. Das einzige, was man dieser Circle-of-Life Idee zugute halten kann, ist dass sie viele Spekulationen möglich macht. Aber ist es wirklich das, was man sich von einem Serienende wünscht: noch mehr Fragen und Spekulationen? Weiterlesen „Gilmore Girls: A Year in the Life“

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #21: Die besten Serienpaare

Dieses Mal konnte ich Goranas 5 BESTEN einfach nicht widerstehen. Dafür bin ich ein zu großer Fan von Serienpaaren. Kommen sie zusammen oder nicht, ist für mich manchmal schon alles, was es an Dramaturgie braucht. Na gut, über die Jahre sind meine Ansprüche doch etwas gestiegen. Aber einige Serienpaare, die ich zu Teenie-Zeiten angehimmelt habe, liebe ich nach wie vor (Kelly und Dylan 4 ever). Die beiden haben es leider nicht mehr in meine Liste geschafft, genauso wenig wie Angela Chase und Jordan Catalano und leider auch nicht Doug und Carrie und Marshall und Lily, die Vorbilder für eine perfekte Beziehung. Dafür hier meine 5 besten Serienpaare: Weiterlesen „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #21: Die besten Serienpaare“

Lionel Shriver: Wir müssen über Kevin reden

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Ist es die Schuld der Eltern, wenn das Kind Amok läuft? Wird ein Mensch bösartig geboren oder ist es das Umfeld, das ihn dazu macht? Diese Frage wurde wahrscheinlich selten so drastisch gestellt wie im Roman Wir müssen über Kevin reden (We need to talk about Kevin, 2003) von Lionel Shriver.

Bei mir persönlich, die ich vor nicht allzu langer Zeit selbst Mama geworden bin, hat dieses Thema jedenfalls einen Nerv getroffen und mich so beschäftigt, dass ich mir gleich die Verfilmung zum Roman ansehen musste. Nicht weil mein Kind so böse ist, ganz im Gegenteil, halte ich meine Tochter natürlich für das liebste und süßeste Geschöpf der Welt – nach der Lektüre dieses Romans umso mehr – aber hätte ich theoretisch auch ein Kind bekommen können, das ich nicht mag, so wie es Eva in Wir müssen über Kevin reden ergangen ist? Die Antwort auf diese Frage ist eine gewaltige Grundsatzdiskussion, was diesen Roman zu mehr macht als einem fesselnden Psychothriller, der stellenweise an Horror grenzt.

Worum es geht

Wenige Tage vor seinem 16. Geburtstag wird Kevin zum Amokläufer und tötet 9 Menschen an seiner High-School. Im Fokus des Romans steht jedoch nicht Kevin selbst, sondern seine Mutter Eva, die etwa zwei Jahre später in Form von Briefen an ihren abwesenden Ehemann Franklin versucht, das Geschehene aufzuarbeiten. Sie erzählt, wie es ihr als Ausgestoßene in der Gesellschaft ergeht, rekonstruiert das Leben mit Kevin und fragt sich immer wieder, warum? Wie konnte es soweit kommen und was hätte sie als Mutter anders machen können? Weiterlesen „Lionel Shriver: Wir müssen über Kevin reden“

Die Reifeprüfung – Generationenclash im Schlafzimmer

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Es ist Mittwochabend. Bergfest. Ich habe Lust auf ein Glas Vino und einen Film, der mich über meinen Alltag erhebt. Únd auch ein bisschen meinen Horizont erweitert. Also greife ich wieder zu einem mir unbekannten Filmklassiker: Die Reifeprüfung (im Original: The Graduate) von 1967, einer Zeit, die so weit weg ist, dass allein schon die Requisiten und die ungewohnte Prüderie zum Faszinosum werden. Oder wo sieht man heute noch einen 21-jährigen, jungfräulichen College-Absolventen, der erstmal panisch die Gardinen zuziehen und das Licht ausmachen muss, bevor er sich von einer attraktiven älteren Frau verführen lässt?

Doch der Film ist über seine Zeit hinaus einfach fantastisch und es ist mir ein Rätsel, warum ich angesichts der allgegenwärtigen Mrs. Robinson Bezüge noch nie auf die Idee gekommen bin, ihn zu sehen. Wahrscheinlich bin ich gerade wegen dieser „MILF“ Anspielungen à la American Pie, davon ausgegangen, dass es sich dabei um einen Teenie-Klamauk handelt. Aber dem ist ganz und gar nicht so.

Worum es geht

Benjamin (Dustin Hoffmann, jung aber doch zu alt, um als 21 durchzugehen) hat gerade das College abgeschlossen und ist wieder bei seinen Eltern eingezogen, die mit ihm prahlen wie mit einem Pokal. Statt sich über seinen akademischen Erfolg zu freuen, verfällt er in eine Sinnkrise. Er weiß nicht, wie seine Zukunft aussehen soll, nur wie seine Eltern möchte er auf keinen Fall werden. Da macht die reife Mrs. Robinson (Anne Bancroft) – eine Freundin seiner Eltern – Ben ein umoralisches Angebot, das er nach ein paar Tagen Bedenkzeit nicht ablehnen kann.

Benjamin beginnt eine Affäre mit Mrs. Robinson, die hauptsächlich aus Rendezvous in dunklen Hotelzimmern besteht. Mrs. Robinson ist unkompliziert, sie möchte nicht reden. Benjamin ist für sie eine kleine Ablenkung von ihrem unbefriedigenden Vorstadtehefrauendasein. Ihre einzige Bedingung ist, dass Benjamin nicht mit Elaine (Katharine Ross) ausgeht, ihrer Tochter, die genau in seinem Alter ist und in Berkeley studiert. Ben verspricht es und verliebt sich doch auf den ersten Blick in Elaine, was Mrs. Robinson natürlich gar nicht gefällt. Das Drama nimmt seinen Lauf. Weiterlesen „Die Reifeprüfung – Generationenclash im Schlafzimmer“

Eine Oktober Retrospektive

Während die Tage im Oktober kürzer und dunkler wurden, fochten wir zu Hause einen permanenten Kampf gegen hartnäckige Kita-Viren aus. Am Ende des Tages brauchte ich zum Ausgleich etwas Leichtes und Aufmunterndes.

Serien

Das fand ich diesen Monat vor allem in Freaks and Geeks (dt. Voll daneben, voll im Leben). Eine herrliche High-School-Serie, produziert von Judd Apatow, die 2000 nach nur einer Staffel eingestellt wurde und aus heutiger Sicht vor allem wegen ihres erfolgreichen Casts (u. a. James Franco, Seth Rogen, Jason Segel) interessant ist. Aber auch darüber hinaus bietet sie jede Menge Sehenswertes: liebenswerte Charaktere, Stereotype, die aufs Korn genommen werden und jede Menge Apatow typischen Humor, auch wenn die Serie recht konventionell daherkommt und ihr Niveau leider nicht über die gesamte Staffel halten kann. Weiterlesen „Eine Oktober Retrospektive“

Bridget Jones‘ Baby – Musste das sein?

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Manche Filme sind wie gute Freunde. Wenn man sie braucht, geben sie einem ein warmes, heimeliges Gefühl und machen die Welt damit ein bisschen schöner. So ein Film ist für mich Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück. Der Moment, in dem Bridget zum ersten Mal auf Mark Darcy im Rentier-Pulli trifft, ist für mich so feierlich, dass ich ihn mir jedes Jahr aufs Neue zu den Feiertagen ansehen kann. Umso mehr ärgert es mich, wenn der gute, alte Freund zur Cashcow gemacht wird. Anders kann ich mir die Fortsetzung von Bridget Jones leider nicht erklären, so uninspiriert kommt dieser Film daher.

Worum es geht

Bridget Jones (Renée Zellweger) wird 43 und befindet sich noch immer in derselben Situation wie vor über einem Jahrzehnt: Single und unglücklich. Zwar hat sie einen tollen Job, aber was nützt der, wenn alle um sie herum Kinder bekommen und Ex Mark Darcy inzwischen verheiratet ist. Um ihrem vermeintlichem Alte-Jungfer-Status zumindest vorübergehend ein Ende zu setzen, lässt sie es an ihrem Geburtstag auf einem Festival krachen. Das Ergebnis: ein One-Night-Stand mit Folgen. Bridget ist schwanger. Aber ist wirklich der attraktive Jack (Patrick Dempsey) der Vater oder ist es doch Mark Darcy (Colin Firth), mit dem es zwischendurch dann doch nochmal zu einem Rückfall kommt? Als geübter Zuschauer von 08/15 Romanzen kann man die Antwort schnell erahnen, hofft aber doch noch überrascht zu werden. Die Männer jedenfalls lassen sich zunächst darauf ein, im Ungewissen zu tappen und Bridget gemeinsam durch die Schwangerschaft zu begleiten. Weiterlesen „Bridget Jones‘ Baby – Musste das sein?“