Über die Besinnlichkeit: Gesehen im Dezember

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Quelle: fanpop.com

Weihnachten ist vorbei und damit auch die Zeit im Jahr, die explizit für Familie und „Besinnlichkeit“ reserviert ist. 3 Tage, in die all das passen soll, wofür im restlichen Jahr kaum Zeit bleibt. Warum eigentlich, fragte ich mich, nachdem wir in einem Besuchermarathon all unsere Verwandtschaft abgeklappert hatten, verteilen wir solche Familientreffen nicht besser auf das ganze Jahr? Und warum eigentlich können wir nicht das ganze Jahr über einfach mal besinnlich sein?

Besinnlichkeit ist eine stimmungsvolle Zeit, in der Menschen zum Nachdenken und Innehalten kommen.

So sagt es das Lexikon und schlägt Synonyme wie Gelassenheit, Ausgeglichenheit, Bedachtsamkeit, Muße und sogar Coolness vor. Leitlinien, an denen man sich durchaus mal orientieren kann, wie ich finde. Und so habe ich den ganzen Monat lang versucht, Besinnlichkeit zu üben, was mal mehr und mal weniger gut geklappt hat (klammerndes Kleinkind und wiederkehrende grippale Infekte können der Besinnlichkeit schon mal einen Abbruch tun).

Hauptsächlich ging es mir dabei darum, mal eine Pause vom ständigen Müssen zu machen, das sich mittlerweile auch in den Freizeitbereich eingeschlichen hat. Das Bloggen hier macht mir großen Spaß und ich wundere mich, dass ich nicht schon viel früher damit angefangen habe, aber auch das ist mit einem gewissen Ehrgeiz verbunden. Hat man ein gutes Buch gelesen oder einen guten Film gesehen, glaubt man der Vollständigkeit halber darüber schreiben zu müssen. Ähnlich verhält es sich mit Netflix und anderen Streamingdiensten – eine Bereicherung ohne Frage – aber auch ein großer Zeitfresser (wie oft klickt man sich durch das riesige Angebot, ohne am Ende tatsächlich etwas zu gucken?). Von Facebook & Co. ganz zu schweigen. Ich habe mir letzen Monat also vorgenommen, mich von den Technologien in meinem Leben nicht mehr unter Druck setzen zu lassen. Back to the roots – in meinem Fall zu den Büchern oder wenn zu Film und Serien, dann doch erstmal zu heißgeliebten Wiederholungen. Mehr Wertschätzung und weniger Masse. Schließlich sind es die Filme und Serien, die wir immer wieder gerne sehen, die uns am meisten geben.

Zugegebenermaßen eine naive Vorstellung, wenn man bedenkt, dass ich zu diesem Vorsatz wiederum von einer mir bisher unbekannten Serie inspiriert wurde: Black Mirror. Einer Anthologie-Serie, die eine meist düstere Zukunft vom gänzlich technologisierten Menschen beschreibt. Ich muss gestehen, dass ich einige Ideen recht interessant fand (St. 2, Ep. 1: Der Wiedergänger, St. 3, Ep. 4 San Junipero), während andere mich erschreckt (St. 1, Ep.3: Das transparente Ich St.3, Ep.1: Abgestürzt) und mir zu denken gegeben haben.

Weihnachtlicher Pathos und eine starke Doku

Unter diesem Eindruck hatte ich diesen Monat also auch gar keine große Lust mir etwas Neues anzusehen und habe das wachsende Film- und Serienangebot einfach mal links liegen lassen (von altvertrauten Serien wie TWD, New Girl oder Modern Family mal abgesehen). Stattdessen habe ich mir den einen oder anderen Weihnachtsfilm angesehen und an den Feiertagen Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs (2003) wieder eine Chance gegeben. Nachdem ich eine Zeit lang einfach übersättigt war von dieser Geschichte, muss ich einräumen, dass dieses monumentale Epos sehr wohl einen Platz unter den besten 100 Filmen dieses Jahrhunderts verdient hat, was ich in meiner Top 100 leider nicht berücksichtigt habe, aber vielleicht noch nachholen werde.

Außerdem nochmal gesehen zu den Feiertagen im Kreise der Familie: Stranger Things und dabei noch einmal die Highlights dieser Serie genossen, die für mich sind: die unglaubliche Millie Bobby Brown, der schlaue, lispelnde Dustin, Winona Ryder mit der Axt auf der Couch, die überraschende Chrakterwandlung von Steve und dieser großartige Soundtrack.

Ganz ohne Neues kam ich dann aber doch nicht aus. So wollte ich eigentlich nur kurz in die Netflix Dokuserie Hip-Hop Evolution (2016) reingucken und musste schließlich alle vier Folgen am Stück sehen. So cool und interessant fand ich diese äußerst gut gemachte Doku-Serie über die Entstehungsgeschichte des Hip-Hop von den 70ern bis in die 90er Jahre. Die Doku führt noch mal vor Augen, wie viel Potential eigentlich in The Get Down steckt und stellt die fiktionale Serie, die sich exakt an der hier dargestellten Entwicklung abarbeitet, in puncto Unterhaltungswert gleichzeitig locker in den Schatten.

Inspiriert von der Doku habe ich mir außerdem noch Boyz’n the Hood (1991) mit Ice Cube und dem jungen Cuba Gooding Jr. zu Gemüte geführt. Ein Film, der für damalige Verhältnisse revolutionär war, und in seiner Schlichheit heute noch sehr berührt.

Ich wünsche euch noch ein paar besinnliche Tage im verbliebenen Restjahr und einen guten Start ins neues Jahr!

 

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2 Kommentare zu „Über die Besinnlichkeit: Gesehen im Dezember“

  1. So wahre Worte am Ende des Jahres. Auch ich bin fast schon ein wenig entsetzt, wie schnell diese drei „besinnlichen“ Tage schon wieder vorbei sind. Obwohl ich zwar über zwei Wochen Urlaub habe, steht privat so viel an, die Arbeit spukt schon im Kopf herum und auch das Bloggen (Jahresrückblicke usw.) wird irgendwie zur Pflicht.

    Es freut mich auf jeden Fall, dass du zu „Der Herr der Ringe“ zurückgefunden hast und ein paar qualitativ hochwertige Entdeckungen machen konntest 🙂

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