Die versunkene Stadt Z (2017)

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(c) Studiocanal

Wenn Charlie Hunnam und Robert Pattinson einen Film zusammen machen, der auch noch von Brad Pitt produziert wird, kann das für eine Frau Grund genug sein ins Kino zu gehen. Da letzterer allerdings nicht zu sehen ist und die ersten beiden aufgrund ihrer Schnurr- und Zottelbärte kaum wiederzuerkennen sind, sollte frau auf jeden Fall auch Interesse für die Thematik mitbringen: Entdeckungsreisen in das unerschlossene Amazonas-Gebiet des frühen 21. Jahrhunderts und die fixe Idee von einer versunkenen Zivilisation, die das Leben eines Mannes bestimmt.

Die versunkene Stadt Z von James Gray basiert auf dem gleichnamigen Roman von David Grann und erzählt die wahre Geschichte von Percy Fawcett (Charlie Hunnam), einem britischen Forschungsreisenden, der nach zwei abenteuerlichen Vermessungsreisen im Amazonas-Gebiet, der festen Überzeugung ist, eine untergegangene Hochkultur entdeckt zu haben, der er den Namen Z gibt. Weil niemand in seiner Heimat an eine solche Zivilisation glauben will, wird Z für Fawcett zu einer fixen Idee und die Erbringung eines Beweises zur Lebensaufgabe. Zusammen mit seinem ältesten Sohn macht er sich 1925 –  fast 20 Jahre nach seiner ersten Südamerika-Reise – auf zur nächsten Expedition und verschwindet spurlos. 

Was geschah mit Percy Fawcett?

Wer sich von dem Film einen actionreichen Abenteurfilm à la Indiana Jones erhofft, wird enttäuscht werden. Fawcetts Reisen, die er stets zusammen mit treuen Gefährten (u.a. Robert Pattinson, der hier keine Ähnlichkeit mit dem einstigen Teen-Idol mehr hat) unternimmt, sind spannend, aber jederzeit realitätsnah. Die größten Bedrohungen, auf die die Männer hier treffen, sind das Klima, der Mangel an Lebensmitteln, üble Erkrankungen und die eigene Moral. Sind die Eingeborenen auf der ersten Reise noch eine Gefahr, schafft es Fawcett beim zweiten Mal, sich friedlich mit ihnen zu verständigen, was ihn wiederum in seiner Theorie von Z bestätigt. Z selbst bleibt eine von Tonscherben inspirierte Idee, die im alten England allein deshalb schon nicht gut ankommt, weil sie die überlegene Stellung der weißen Rasse in Frage stellt.

Die versunkene Stadt Z will kein großer Abenteuerfilm sein, sondern ein britischer Kostümfilm, der sich gründlich an den historischen Fakten abarbeitet und einen Blick freigibt auf die Geschichte des weißen Mannes zu Beginn des brenzligen 21. Jahrhunderts, der über das arrogante Allmachtsstreben das Interesse an fremden Völkern entdeckt. Und auch wenn der Film seine Längen hat und es ihm an dramatischen Höhepunkten fehlt, entlässt er den Zuschauer staunend. Nicht nur weil einem klar wird, dass der Kontinent, der heute von Rucksacktouristen aus aller Welt bereist wird, vor 100 Jahren noch mythenumwobenes, gefährliches Terrain war, sondern auch weil man noch heute über Percy Fawcetts Verschwinden spekulieren muss.

Unzählige Versuche, seinen Verbleib aufzuklären, scheiterten. Das Gerücht, er sei einige Jahre später zusammen mit Eingeborenen im Dschungel gesehen worden, hält sich bis heute.

 

 

 

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