Stranger Things – Staffel 2

Wenn eine gute Fortsetzung darin besteht, offene Fragen zu beantworten und Lücken zu schließen, ist Stranger Things 2, wie sich die 2. Staffel des Netflix-Serienhits in der Tradition der Fortsetzungen selbst bezeichnet, durchaus gelungen. Trotz dem Zeitsprung von einem Jahr, setzt die Serie genau dort an, wo sie aufgehört hat und liefert dem Zuschauer im Detail das nach, was am Ende der ersten Stranger Things Staffel offen blieb. Was geschah mit Elfie? Welche Verbindung hat Will noch zur Schattenwelt? Wie geht es mit dem Hawkings Labor weiter? Steht Nancy auf den Draufgänger Steve oder doch eher auf den introvertierten Jonathan? Akribisch greift die Fortsetzung diese Fragen auf und versucht dabei jedem seiner Protagonisten gerecht zu werden. Selbst Barb, die in der ersten Staffel als einzige unwiederbringlich dem Demogorgon zum Opfer fiel, wird hier noch nachträglich gerächt. Das ist nett, aber ist das noch spannend oder gar gruselig?

Stranger Things 2: Eine Hommage an sich selbst

Leider nein. Betrachtet man die erste Staffel als Hommage an die Coming-of-Age/Mystery-Filme der 80er Jahre, so ist die zweite Staffel höchstens eine Hommage an sich selbst. Klar gibt es auch hier eine Menge vertrauter Bildeinstellungen und mal mehr und mal weniger subtile Referenzen, etwa wenn die Kids zu Halloween als Ghostbusters auftreten, hauptsächlich schwelgt die Serie aber in ihrem eigenen Hype. Was in Staffel 1 gut ankam, wird hier eben nochmals augenzwinkernd aufgegriffen und zu einer Handlung verpackt – ob es nun passt oder nicht. So zum Beispiel Steve als keulenschwingender Beschützer, der von Nancy abserviert, plötzlich die Rolle als Dustins best Buddy einnimmt. Und das ist noch eines der wenigen Highlights der 2. Staffel.

Alles was sonst noch an neuer Handlung daherkommt, wollte bei mir nicht so recht zünden. Die Schattenwelt, die einmal mehr eine Bedrohung darstellt, wirkt nicht mehr so bedrohlich, wenn es offensichtlich jedem möglich ist, einfach rein und wieder rauszuspazieren. Das Ungewisse, das in der ersten Staffel vorherrschend war, ist nun gänzlich eliminiert und zu einer hanebüchenen Theorie von Viren und Spionen hochgeschraubt worden, der man kaum noch folgen kann. Erzählmuster und Figurenkonstellationen wiederholen sich. Die Einführung von neuen Figuren wie Max und Bob (Sean Austin) wirkt unmotiviert. Noch immer habe ich keine Ahnung, welche Funktion Max‘ brutaler Bruder oder die verschollene ,,Schwester“ von Elfie hier haben sollten, außer die Handlung künstlich in die Länge zu ziehen.

Alles in allem ist Stranger Things 2 eine nette Ergänzung für Fans, die es noch einmal ganz genau wissen wollen und sich auf ein Wiedersehen mit den wirklich putzigen Kinderdarstellern freuen. Die Fortsetzung feiert noch einmal ihre Charaktere, ohne dabei auch nur das Geringste der Fantasie zu überlassen. Am Ende sind alle Fragen geklärt. So dass die geplante 3. Staffel eigentlich mit einer komplett neuen Story daherkommen muss.

 

 

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