Das Beste aus 2017

peggy_olson_gif
via GIFY

Im Jahr 2017 habe ich 28 Bücher gelesen, 62 Filme gesehen und in 25 Serien zumindest einmal reingelinst. Nur Weniges ist mir als herausragend in Erinnerung geblieben. Aber weil der Blog mir die Möglichkeit gibt, Bilanz zu ziehen, kann ich nächstes Jahr eventuell ein besseres Händchen bei der Auswahl beweisen. Jedenfalls ist ein Vorsatz ganz klar: Mehr lesen und weniger halbherzig glotzen.

Darüber hinaus war es ein gutes Jahr mit vielen schönen Momenten. Gerne erinnere ich mich an den 2. Geburtstag des Klopses, an die Hügel der Algarve in Portugal oder die Berge Österreichs, wo ich Bekanntschaft mit Ferrantes Neapel-Saga machte. Alte Freunde kehrten zurück, neue kamen dazu. Es war ein Jahr der Trennungen und doch eins, in dem in meinem Umfeld so viele Babys geboren wurden wie nie zuvor. In diesem Sinne, wünsche ich allen einen guten Rutsch und verabschiede mich von 2017 mit drei kleinen Best-of-Listen. Weiterlesen „Das Beste aus 2017“

Werbeanzeigen

Claus Stephani: Blumenkind

Buchcover Claus Stephani Blumenkind
(c) SchirmerGraf Verlag

Eine schöne junge Frau ohne Mann gehört niemandem, und dann manchmal auch allen. Das ist ihr Schicksal. Sie ist wie ein Blatt am Weg. Jeder Windstoß kann es fortblasen, jeder Mensch, der vorbeikommt, kann drauftreten. (Claus Stephani: Blumenkind)

Was das bedeutet, erfährt die junge Jüdin Beila in den 1930er Jahren in ihrem rumänischen Dorf am eigenen Leibe. Als ihr Ehemann den ,,Wölfen“ zum Opfer fällt und die Männer anfangen, nachts an ihre Tür zu klopfen, ist sie gezwungen, fortzugehen.

In einer Zeit, in der schon das Jüdischsein an sich das Leben gefährdet, gerät Beilas Weggang aus dem Dorf zu einer jahrelangen Flucht, die sie und ihre aus einer Affäre hervorgegangene Tochter Maria  – ein Blumenkind, wie man uneheliche Kinder in Rumänien nennt – bis in die östlichen Karpaten und schließlich in das abseitige Marmatien führt, eine Gegend in der Deutsche (Siebenbürger Sachsen), Juden und Rumänen Seite an Seite leben bis die Entwicklungen in Hitler-Deutschland das ländliche Idyll zunichte machen. Hier findet Beila ihre letzte Ruhe und hier forscht ihre Tochter 20 Jahre später, im sozialistischen Rumänien nach deren Verbleib. Wobei sie, das Blumenkind, sich in ein anderes Blumenkind verliebt – ohne zu wissen, dass sie mit diesem verwandt ist.

Weiterlesen „Claus Stephani: Blumenkind“

Netflix: DARK – Zeitreisen made in Germany

dark-netflix-poster
(c) Netflix

Das düstere Gemälde eines ungewöhnlichen Ortes. Ein Puzzle, das sich aus drei Generationen vierer Familien zusammensetzt, deren Vergangenheit von der Zukunft abhängt. Das ist Dark, die erste deutsche Netflix-Serie, die ein bisschen an eine düstere Version von Zurück in die Zukunft erinnert, ein bisschen an Stranger Things  und auch irgendwie an einen sehr verrückten Mystery-Tatort, nicht zuletzt weil Berlin-Kommissar Mark Waschke mit von der Partie ist. Und was soll ich sagen, als Fan von Zeitreise-Filmen war sofort angefixt und fand die Serie schlicht genial. Natürlich geht es beim Thema Zeitreisen nicht ohne Logiklöcher zu und die Protagonisten stehen manchmal ein bisschen zu doll auf dem Schlauch, aber darüber kann man bei dieser starken Atmosphäre, dem fantastischen Sound und der großartigen Besetzung schon mal hinwegsehen. Weiterlesen „Netflix: DARK – Zeitreisen made in Germany“

Filme, Serien: Was im Herbst geschah

Bevor mich der Feiertagstrubel vollends erfasst, noch eine kleine filmische Abrechnung mit dem Herbst, der bei mir dieses Jahr ganz im Zeichen von Mad Men stand. Nachdem ich für die ersten zwei und halb Staffeln über zwei Jahre gebraucht habe, ist am Ende der 3. Staffel der Knoten geplatzt, so dass ich an den dunklen Herbstabenden eigentlich nichts anderes brauchte als diese grandiose Serie. Sie ist schuld daran, dass ich beschämend wenig gelesen habe und meine Film- und Serienbilanz darüber hinaus recht random ist. Aber der Listenneurotiker in mir möchte sie nun mal trotzdem festhalten.

 

Weiterlesen „Filme, Serien: Was im Herbst geschah“

Nicolas Vanier: Das Schneekind

Und schon ist sie da, die Adventszeit. Ich sitze mit diesem Buch im Warmen und stelle mir vor, wir wären in einer eingeschneiten Blockhütte an einem Bergsee in Kanada. Tagsüber gehen wir Fischen und machen Ausflüge mit dem Hundeschlitten, abends sitzen wir vor dem Ofen, nähen Kleidung, die Temperaturen um die -40 Grad standhält, und lesen uns in den Schlaf. In Wirklichkeit bin ich ganz schön verweichlicht in Sachen Outdoor-Abenteur und noch nicht einmal ein großer Camping-Fan, aber Nicolas Vanier erzählt mit so viel Begeisterung von seinen Erlebnissen im hohen Norden Kanadas, dass man gar nicht anders kann, als sich nach der Unmittelbarkeit der Natur zu sehnen.

Der französische Abenteurer, seit jeher fasziniert von den Eis- und Schneewelten des Nordens, wagte 1995 nämlich etwas, was für die meisten Eltern, mich eingeschlossen, vollkommen unvorstellbar wäre. Zusammen mit seiner Frau und der 18 Monate alten Tochter Montaine bricht er auf zu einem einjährigen Trip von Kanada bis hoch nach Alaska. Zunächst zu Pferd, reitet die kleine Familie wochenlang unter widrigen Bedingungen entlang der Rocky Mountains, bevor sie sich schließlich an einem einsamen Bergsee niederlässt, um bis zum Wintereinbruch eine Blockhütte zu bauen, in der sie 5 Monate lang überwintern wird. 5 Monate, in denen sie sich vom Jagen, Fischen und Sammeln ernährt, Tiere beobachtet und sich gegen Grizzly-Bären zur Wehr setzt. Schließlich der Höhepunkt der Reise: Auf einem Hundeschlitten bricht Vanier mit Frau und Kind zu einem dreimonatigen Trip auf dem gefrorenen Fluss auf – drei Monate lang schutzlos der Kälte, den Blizzards und dem Packeis ausgeliefert, und das mit einem zweijährigen Kind an Bord.

Weiterlesen „Nicolas Vanier: Das Schneekind“