Jane Austen: Überredung / Anne Elliot

Jane Austen Überredung Reclam Buchcover
(c) Reclam

Zwei verschiedene Titel, ein und derselbe Roman. Wie ich peinlicherweise feststellen musste, nachdem ich auf der Suche nach der deutschen Ausgabe von Jane Austens Persuasion (1817) nicht nur Überredung, sondern auch Anne Elliot mit nach Hause brachte. Kannte ich schließlich beide noch nicht. Je mehr Jane Austen zu den Feiertagen, desto besser. Autsch. Böser Fauxpas. Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Übersetzer zumindest was den Titel betrifft, einen Konsens finden sollten.

Hätte ich mehr Ahnung gehabt, hätte ich natürlich gewusst, dass es sich bei Überredung und Anne Elliot nur um ein und denselben Roman handeln kann. Denn Anne Elliot ist die Hauptprotagonistin von Persuasion (einigen wir uns mal darauf). Die Elisabeth, die Emma dieser Aschenputtel-Story. Mit dem Unterschied, dass Anne kein junges, stolzes Mädchen ist, sondern 27 Jahre alt. Und damit im alten England schon auf dem Abstellgleis, eine alte Jungfer, deren Schönheit bereits verwelkt ist, wie es hier so nüchtern heißt. Letzte Chance für Anne also, die Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen und ihrer lieblosen Familie durch eine Heirat den Rücken zu kehren – dem selbstverliebten Vater, der die adlige Familie mit seiner Verschwendungssucht in den Ruin treibt und den zwei hochnäsigen Schwestern, die Anne wie eine Hausangestellte behandeln. Weiterlesen „Jane Austen: Überredung / Anne Elliot“

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Fatih Akin: Aus dem Nichts

Der Zweck heiligt die Mittel, könnte man im Fall von Fatih Akins Aus dem Nichts wohl sagen. Wie sonst ist es zu erklären, dass dieser, doch eher durchschnittliche Film in diesem Jahr den Golden Globe als bester ausländischer Film abgeräumt hat? Und das sage ich als absoluter Fan, der mit großen Erwartungen ins Kino ging. Verglichen mit Gegen die Wand (2004) oder Auf der anderen Seite (2007), die mich beide zerstört zurückgelassen haben, ist dieser Film aber eher ein laues Lüftchen als eine Wucht. Und das, obwohl er politisch so wichtig ist.

Diane Krugers Leistung will ich dabei gar nicht in Frage stellen. Sie ist unglaublich gut. Das Ende des Films ist radikal und der verstummte Kinosaal während des Abspanns zeugte von echter Beklemmung, die der Film zweifellos auslöst. Aber der beste Film von allen ausländischen Filmen? Da muss die Konkurrenz schon sehr schwach gewesen sein oder die Jury zu hingerissen von einem Hollywood-Gesicht, das ausnahmsweise mal auf Schminke verzichtet hat.

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Feiertagsbingewahn: Downton Abbey // This is Us

Es gibt Serien, die schleift man so mit. Serien, die zu schade sind, um sie aufzugeben. Bei denen der Funke aber einfach nicht überspringen will oder schnell erloschen ist. Downton Abbey und This is Us waren für mich im letzten Jahr solche Serien. Zwischen den Festlichkeiten begab es sich aber zufällig, dass ich einen ganzen Tag lang einfach mal dem Nichtstun frönen konnte. Allein mit einem Fernseher und einem Streamingdienst habe ich die Gelegenheit genutzt, um damit abzuschließen. Und siehe da, in dieser seltsamen Zeit zwischen den Jahren brannte das Feuer wieder lichterloh.

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