Holy mother!

Wenn sich eine weibliche Filmfigur in einem großen, abgeschiedenen Haus wiederfindet, geht das selten gut aus. Läuft der Gatte nicht gerade Amok, wird sie entweder von satanischen Mächten oder einem Serienkiller heimgesucht. Mit dieser Erwartung ging ich jedenfalls ins Kino, um mother! zu sehen, Darren Aronofskys neustes, als Psychothriller getarntes Meisterwerk mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem in den Hauptrollen. Auf das, was ich dort tatsächlich zu sehen bekam, war ich nicht vorbereitet.

Die menschliche Schöpfungsgeschichte in der Nussschale, in einem viktorianischen Haus genau genommen, in dem ,,Er“, der geniale Dichter aka Schöpfer, mit ihr zusammenlebt, der ,,Mutter“, die sich verzweifelt bemüht, den Frieden im Haus aufrecht zu erhalten und doch nicht verhindern kann, dass Krieg und Chaos einziehen. Mother! gehört zu den Filmen, die man sofort ein zweites Mal sehen will, allein um die vielen Indizien für den allegorischen Deutungsansatz besser einordnen zu können. Weiterlesen „Holy mother!“

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Der September in Filmen

Der Herbst war schneller da als erwartet und mit ihm das Bedürfnis, sich einzuigeln. Wenn nicht gerade eine Folge Mad Men (aktuell Staffel 4 und es ist die pure Freude), musste es ein zur Stimmung passender Film sein. Ein paar Filme sind im September also zusammengekommen: ein Filmklassiker aus den 70ern, was fürs Herz, zwei Blödelfilme für die kopflose Unterhaltung, zwei bewegende Musiker-Dokus und neben Berlin Syndrom sogar noch ein weiterer aktueller Film, der obwohl vielversprechend, leider ein Reinfall war.

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Berlin Syndrom – Die Stadt frisst ihre Touris

 

berlin-syndrom
(c) MFA+

,,Frauen, reist bloß nicht allein“ oder ,,Augen auf beim One-Stand-Night“ –  so in etwa ließe sich die Botschaft von Berlin Syndrom (2017) banal auf den Punkt bringen. In dem Psychothriller von Cate Shortland gerät die australische Backpackerin Clare (Teresa Palmer), die in Berlin das Abenteuer sucht, an den denkbar schlechtesten Mann für eine Nacht; Soziopath Andi (Max Riemelt) lässt sie am Morgen danach einfach nicht gehen. Während Clare zunächst noch alles daran setzt, aus der Isolationshaft seiner Wohnung zu entkommen, muss sie sich nach und nach mit ihrem Peiniger arrangieren und entwickelt in Momenten der Schwäche fast schon so etwas wie Mitgefühl.

Stockholm-Syndrom nennt sich das Phänomen, wenn Opfer Zuneigung zu ihren Entführern entwickeln –  benannt nach einem Kriminalfall in der schwedischen Hauptstadt, bei dem die Geiseln sich nach mehrtägiger Geiselhaft mehr zu den Tätern als zu ihren Rettern hingezogen fühlten. Doch auch wenn der Filmtitel ein solches Verhältnis andeuten will, trifft es hier nur sehr entfernt zu. Als alle Ausbruchsversuche scheitern, versucht Clare weniger aus Sympathie als aus purem Überlebenswillen, sich mit Andi ,,gutzustellen“. Umso interessanter erscheint da der Filmtitel. Warum Berlin Syndrom? Was ist das berlinspezifische an dieser Geschichte, wo so etwas doch überall auf der Welt passieren könnte? Weiterlesen „Berlin Syndrom – Die Stadt frisst ihre Touris“

Filme, Serien: Was im Sommer geschah

Darf man sich eigentlich noch als Filmfan bezeichnen, wenn man seit Monaten keinen neuen Film mehr gesehen hat?! Ich hoffe schon, denn der Wille war da. Es mangelte nur an der konsequenten Umsetzung. Im Sommer musste die Fiktion hinter dem wahren Leben zurückstehen. Und das war schön, denn mit einem Kleinkind, das ungern vor Sonnenuntergang nach Hause geht, fühlt man sich selbst wieder wie ein Kind: Park, Eis essen, Freibad und endlich der langersehnte Urlaub, wo mich die Romane von Elena Ferrante komplett in Beschlag nahmen. Wenn ich dann doch mal vor der Flimmerkiste landete, dann für möglichst kurzweilige, sommerliche Filme, wenn das auch sicherlich nicht ganz auf diesen Film zutrifft; den wohl erschütterndsten, den ich zuletzt, wenn nicht gar überhaupt, gesehen habe.

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Die 5 BESTEN am Donnerstag #57: 5 Filme, die ich zuletzt gesehen habe

Da es uns Gorana diese Woche so einfach macht, nutze auch ich einmal die Gelegenheit, ein paar Worte zu meinen zuletzt gesehenen Filmen loszuwerden. Momentan ist meine Filmauswahl nämlich wieder so bequem, dass es kaum mehr dazu zu sagen gibt als ein paar Worte. Sommer eben. Nach einem Tag mit dem Klops in der Sonne steht mir der Sinn meist nur noch nach etwas Leichtem, Atmosphärischem. Oft fällt da die Wahl auf Filme, die ich bereits kenne.  In zeitlich absteigender Reihenfolge also die 5 Filme, die ich zuletzt gesehen habe, über den gesamten Sommer verteilt: Weiterlesen „Die 5 BESTEN am Donnerstag #57: 5 Filme, die ich zuletzt gesehen habe“

Die 5 BESTEN am Donnerstag #51: Sommerfilme

Sommerfilme mag ich. Das Timing ist perfekt. Zeit, mal wieder bei Goranas 5 BESTEN am Donnerstag mitzumachen. Und weil man den Sommer als Kind noch am intensivsten erlebt hat und dazu noch viel Zeit zum Filmegucken hatte, fallen mir zum Thema Sommerfilme spontan erstmal ein paar Kinder- bzw. Jugendfilme ein. Die nämlich, die auf mich auch heute noch eine magische Wirkung haben. Hauptsächlich wegen der Erinnerungen an sechs ewig lange Ferienwochen. Hier also meine 5 besten Sommerfilme.
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Resteverwertung: Mein Frühling in bewegten Bildern

Wenn schon Medienreflexion, dann richtig. Und so müssen auch die Filme und Serien thematisiert werden, die man nur halbherzig konsumiert hat oder die allein dem Zweck dienten, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Nach der filmintensiven Award-Season  war meine Filmauswahl in den letzten Monaten jedenfalls eher bequem und nostalgisch motiviert. Nur wenige neue, und noch weniger aktuelle Filme schafften es ins Abendprogramm. Dafür entdeckte ich die ein oder andere alte Perle wieder.

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