Filme und Serien gegen den Winterblues

via GIPHY

Welche Filme und Serien helfen bei Vitamin-D-Mangel und verscheuchen den Winterblues? Eines kann ich euch sagen: Düstere Krimiserien sind es nicht. Und doch erwischte ich mich in den letzten Monaten oft dabei, wie ich bei etwas hängenblieb, bloß weil es gerade angesagt war. Dogs of Berlin zum Beispiel, die deutsche Netflix-Serie, die ein bisschen wie Tatort auf Anabolika daherkommt. Oder bei der 2. Staffel von 4 Blocks, die auf ähnlich düstere Weise versucht, eine Berliner Version von The Wire zu werden. Beide Serien spannend gemacht, keine Frage. Doch nicht gerade Garanten für die in diesem Winter so dringend benötigte gute Laune.

Wenn das Baby gefühlt für immer an Koliken litt, die Große den zehnten Infekt ausbrütete und die Sonne bloß noch eine entfernte Erinnerung war, brauchte ich am Abend nicht auch noch einen Elternmord (2. Staffel von The Sinner), einen psychopatischen Schlagerfan (Beat) oder einen Geldwäscher in der Bredouille (Ozark), um mich runterzuziehen. Zumal keine von diesen Serien mich erzählerisch wirklich überzeugen konnte, gute Kritiken hin oder her.

Deshalb: Schluss mit den düsteren Kriminalgeschichten. Zum Glück finden sich bei den einschlägigen Streamingdiensten immer noch Filme und Serien, die nichts mit Mord und Totschlag zu tun haben. Die folgenden halfen mir mit ihrem Humor durch den harten Winter.

Weiterlesen „Filme und Serien gegen den Winterblues“

Werbeanzeigen

Das Beste aus 2018

greta-gerwig tanzt als frances ha über eine straße-gif.gif
via GIPHY

2018 habe ich 25 Bücher gelesen (klingt verdammt wenig), 48 Filme gesehen und in 32 Serien zumindest einmal reingeguckt (klingt verdammt zu viel). Den Vorsatz vom letzten Jahr, mehr zu lesen und weniger zu glotzen, habe ich nicht eingehalten. Im Gegenteil: Die Zahl der halbherzig gebingten Serien hat eher zugenommen. Zum einen liegt das daran, dass wir uns dieses Jahr endgültig vom herkömmlichen Fernsehen verabschiedet haben. Zum anderen waren die letzten Monate so anstregend, dass ich oft weder die Muße noch die nötige Konzentration für Dinge hatte, die meine volle Aufmerksamkeit erforderten.

2018 hielt nämlich einen festen Fahrplan für mich bereit: 9 Monate Schwangerschaft, 3 Monate Baby-Wahnsinn. Und dazwischen der längste und heißeste Sommer. Und so habe ich mich auch am Ende dieses Jahres noch nicht ganz regeneriert von dieser Mutterschaft 2.0, die nebst allen emotionalen Hochs und Tiefs vor allem sehr zeitintensiv ist. Mit zwei Kids ist jede Minute, die man für sich selbst hat, ein Luxusgut. Weshalb ich im neuen Jahr auch darüber nachdenken muss, was und wie viel von diesem Blog ich noch weiterführen will. Zudem könnte er mal einen neuen Anstrich vertragen.

Seltsam wie schnell etwas, das man eigentlich zum Vergnügen macht, zu einer selbst auferlegten Pflicht wird. Hätte ich aber nicht alles dokumentiert, was ich gelesen und gesehen habe, könnte ich jetzt auch nicht diese spaßigen, kleinen Best-Of-Listen machen.

Weiterlesen „Das Beste aus 2018“

Filme & Serien im heißen Warten-aufs-Baby-Sommer

Was für ein Sommer. Zwar weiß ich nicht, ob es der richtige war, um Klops Nr. 2 auszutragen (ein Ende ist in Sicht, puh). Der richtige Sommer für einen Urlaub in Deutschland war es auf jeden Fall. Ob im Bayerischen Wald, in der Uckermark oder im hohen Norden, selbst am Schlachtensee oder in Beelitz – wo wir auch hinkamen, überall zeigte sich uns das Land von seiner besten Seite…außer beim Fußball vielleicht. Und so hielt sich mein Bedürfnis nach Realitätsflucht diesen Sommer in Grenzen oder wurde von meiner Urlaubslektüre gut abgedeckt.

Für den Fall der Fälle – wenn die Hitze mal wieder das Gehirn zum Schmelzen brachte – musste es aber natürlich auch die eine oder andere Serie sein. Genauso wie der eine oder andere halbgare Film zum gemeinschaftlichen Zeitvertreib. Und ins Kino habe ich es auch ganze zwei Mal geschafft. Diese Serien und Filme sind dabei zusammengekommen. Weiterlesen „Filme & Serien im heißen Warten-aufs-Baby-Sommer“

Frances Ha oder das Greta-Gerwig-Phänomen

Frances Ha Filmplakat
(c) MFA+

Da ich es gerade einfach nicht schaffe, für Lady Bird ins Kino zu gehen, musste es gestern Abend Frances Ha (2012) sein. Der Film, der Greta Gerwig seinerzeit endgültig zum Star des Indie-Films machte. Zumindest hatte ich das irgendwo mal aufgeschnappt. Ich mochte Greta Gerwig an der Seite von Ethan Hawke in Maggie’s Plan und auch als punkige Fotografin in Jahrhundertfrauen, aber als ich gestern Abend Frances Ha gesehen habe, wurde mir klar, dass ich keine Ahnung hatte. Offenbar gilt sie als Queen der sogenannten Mumblecore-Bewegung, von deren Existenz ich noch nie etwas gehört habe, genauso wenig wie von Greenberg (2010), ihrem ersten Mainstream-Film an der Seite von Ben Stiller.

Nun, was nicht ist, kann ja noch werden. Frances Ha stammt jedenfalls vom selben Regisseur, Noah Baumbach, der gleichzeitig auch der Lebensgefährte von Gerwig ist und offensichtlich gerne mit Ben Stiller und Adam Driver zusammenarbeitet (Gefühlt Mitte Zwanzig, The Meyerowitz Stories). Letzteren sieht man übrigens auch in Frances Ha: In der Rolle eines frauenverschleißenden Hipster-Machos war er eine schöne Überraschung, denn ich hatte keine Ahnung, dass Driver schon vor Girls in der Filmwelt ein Thema war.

Und Girls kam mir nicht nur deswegen in den Sinn. Frances Ha, von Gerwig mitgeschrieben, greift die gleichen Themen auf wie Lena Dunhams HBO-Serie; die Orientierungslosigkeit der Zwanziger irgendwo zwischen Studium und Ankommen im Beruf, zwischen Traumerfüllung und Scheitern in New York und nicht zuletzt zwischen Freundschaften und Beziehungen, die in dieser nie enden wollenden Coming-of-Age-Phase überlebenswichtig scheinen, ebendiese doch meistens nicht überleben. Aber: Frances Ha ist nicht Girls. Greta Gerwig nicht Lena Dunham. Wo Girls durch Rohheit provoziert, schafft Frances Ha in seiner wunderschön fotografierten Schwarz-Weiß-Ästhetik einen optimistischen, leichtfüßigen Zauber. Wo Hannahs Dreistigkeit Fremdscham-Gefühle auslöst, ist Frances‘ grobschlächtige Authentizität schlicht zum Verlieben. Weiterlesen „Frances Ha oder das Greta-Gerwig-Phänomen“