4 Blocks – Neukölln, deine Gangster(Serie)

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Wenn eine Serie direkt vor der eigenen Haustür spielt und einem dazu noch Einblicke in ein fremdes, zwielichtiges Milieu gewährt, ist das schon mal sehr spannend. Aber dieses mein zugegebenermaßen leicht voyeurostisches Interesse ist nicht allein der Grund dafür, dass die TNT-Serie 4 Blocks so sehenswert ist.

Beeindruckend ist vielmehr, dass eine deutsche Serie sich endlich mal ein bisschen mehr traut als das standardisierte Tatort-Geplänkel. Sich an aktuelle, gesellschaftliche Probleme heranwagt und dabei trotzdem die Unterhaltung nicht aus den Augen verliert. Nicht die Art von Unterhaltung, bei der ständig etwas in die Luft fliegt und Til Schweiger sich in Zeitlupe selbst feiert, sondern vielmehr eine Inszenierung, die den Vergleich mit amerikanischen Qualitätsformaten nicht scheut

Ein bisschen Sopranos, ein bisschen The Wire, hier und da eine Spur The Departed – ganz klar, bedient sich 4 Blocks mit Frederick Lau und Kida Khodr Ramadan in den Hauptrollen bei großen Vorbildern. Aber die Inszenierung des arabisch geprägten Neuköllns als Ort des organisierten Verbrechens, mit seinen Widersprüchlichkeiten und Problemen – die ist originell und wird dem lokalen Thema gerecht. Wozu lange in der Trickkiste wühlen, wenn die Realität auf der Straße doch so viele Geschichten zu bieten hat. Unglaublich, dass da nicht schon früher einer drauf gekommen ist. Und so fliegt die Kamera, begleitet von düsteren Haftbefehl-Beats, über die Dächer Neuköllns hinweg und zieht den Zuschauer mitten hinein in dieses zwiespältige Viertel mit seinen Möchte-gern-Gangstern zwischen Sportwetten-, Baklava- und Hipster-Schuppen. Weiterlesen „4 Blocks – Neukölln, deine Gangster(Serie)“

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Über die Besinnlichkeit: Gesehen im Dezember

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Quelle: fanpop.com

Weihnachten ist vorbei und damit auch die Zeit im Jahr, die explizit für Familie und „Besinnlichkeit“ reserviert ist. 3 Tage, in die all das passen soll, wofür im restlichen Jahr kaum Zeit bleibt. Warum eigentlich, fragte ich mich, nachdem wir in einem Besuchermarathon all unsere Verwandtschaft abgeklappert hatten, verteilen wir solche Familientreffen nicht besser auf das ganze Jahr? Und warum eigentlich können wir nicht das ganze Jahr über einfach mal besinnlich sein?

Besinnlichkeit ist eine stimmungsvolle Zeit, in der Menschen zum Nachdenken und Innehalten kommen.

So sagt es das Lexikon und schlägt Synonyme wie Gelassenheit, Ausgeglichenheit, Bedachtsamkeit, Muße und sogar Coolness vor. Leitlinien, an denen man sich durchaus mal orientieren kann, wie ich finde. Und so habe ich den ganzen Monat lang versucht, Besinnlichkeit zu üben, was mal mehr und mal weniger gut geklappt hat (klammerndes Kleinkind und wiederkehrende grippale Infekte können der Besinnlichkeit schon mal einen Abbruch tun).

Hauptsächlich ging es mir dabei darum, mal eine Pause vom ständigen Müssen zu machen, das sich mittlerweile auch in den Freizeitbereich eingeschlichen hat. Das Bloggen hier macht mir großen Spaß und ich wundere mich, dass ich nicht schon viel früher damit angefangen habe, aber auch das ist mit einem gewissen Ehrgeiz verbunden. Hat man ein gutes Buch gelesen oder einen guten Film gesehen, glaubt man der Vollständigkeit halber darüber schreiben zu müssen. Ähnlich verhält es sich mit Netflix und anderen Streamingdiensten – eine Bereicherung ohne Frage – aber auch ein großer Zeitfresser (wie oft klickt man sich durch das riesige Angebot, ohne am Ende tatsächlich etwas zu gucken?). Von Facebook & Co. ganz zu schweigen. Ich habe mir letzen Monat also vorgenommen, mich von den Technologien in meinem Leben nicht mehr unter Druck setzen zu lassen. Back to the roots – in meinem Fall zu den Büchern oder wenn zu Film und Serien, dann doch erstmal zu heißgeliebten Wiederholungen. Mehr Wertschätzung und weniger Masse. Schließlich sind es die Filme und Serien, die wir immer wieder gerne sehen, die uns am meisten geben. Weiterlesen „Über die Besinnlichkeit: Gesehen im Dezember“

The Get Down: ein schrilles Hip Hop Märchen

 

Ich mag Hip Hop und ich mag Baz Luhrmann (Romeo & Julia, Moulin Rouge, Der Große Gatsby). Als ich hörte, dass besagter Regisseur eine Serie über die Ursprünge des Hip Hop für Netflix produziert, war ich interessiert. Vor allem da Nas (If I Ruled the World) und Grandmaster Flash an der Entwicklung beteiligt waren. Liegt ja auch nah, dass Luhrmanns erste Serie Hip Hop zum Thema hat. Schließlich wirkte schon der, meiner Meinung nach sehr gelungene, Große Gatsby stellenweise wie ein Jay-Z Video. Aber schon die erste Folge von The Get Down war ernüchternd. Statt ernsthaft den Ursprung des Hip Hops zu beleuchten, gerät die Serie leider zu einem schrillen Märchen, in dem nichts so recht zusammen passen will. Und von der im Hip Hop so wichtigen Credibility keine Spur. Dabei hätte es so interessant werden können.

Worum es geht

New York City, 1996. Ein Rapper, der sich verdächtig nach Nas anhört, betritt die große Bühne, wo er von Tausenden von Menschen gefeiert wird, und erzählt seine Geschichte. Diese führt ihn zurück in das Jahr 1977, als die Kriminalitätsrate auf dem Höhepunkt und New York noch gefährlich war.In einer Montage aus dokumentarischen Bildern sehen wir Polizeiautos, korrupte Politiker, abgeführte Gangster, brennende Gebäude und trostlose Trümmer. Einen Ort voller Ruinen, in dem die Hoffnung keimt, die Hoffnung namens Hip Hop – ein Begriff, den es damals noch nicht gab. So weit so gut, die Ausgangssituation ist interessant, die Ästhetik cool. Weiterlesen „The Get Down: ein schrilles Hip Hop Märchen“