Johanna Adorján: Meine 500 besten Freunde

Meine 500 besten FreundeWer bei diesem Titel an den sozialen Größenwahn so mancher Digital Natives denkt, wird schnell eines besseren belehrt. In Meine 500 besten Freunde (2013) geht es Johanna Adorján weniger um die Oberflächlichkeit des Einzelnen, als vielmehr um die Oberflächlichkeit eines ganzen Berufsstandes. In kleinen, lose miteinander verbundenen Stories nimmt Adorján, selbst Journalistin und Feuilletonistin, auf kurzweilige Art und Weise den Kultur- und Medienbetrieb auseinander.

Dabei hätten ihre Protagonisten mit Sicherheit ganz beeindruckende Facebook-Profile vorzuweisen. Allesamt sind sie nach außen hin schillernde Persönlichkeiten, insofern, dass sie es irgendwie geschafft haben, einen Fuß in den Kulturbetrieb zu kriegen. Blickt man hinter die mühsam gepflegten Selbstdarstellungen findet man jedoch überwiegend Unsicherheit, Leere, Verzweiflung und die ganz normale Eitelkeit. Weiterlesen „Johanna Adorján: Meine 500 besten Freunde“

Toni Erdmann – Ein Film zum Fremdschämen

Poster Toni Erdmann
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Sich fremdzuschämen ist normalerweise eher unangenehm. Nicht so bei Toni Erdmann (2016). Dieser ziemlich ungewöhnliche deutsche Film von Maren Ade, der heute Nacht einen Golden Globe gewinnen könnte, nutzt dieses Gefühl als treibende Kraft für allerlei Komisches und Tragisches. Am Ende dieses 162 Minuten langen, aber sehr kurzweiligen Films habe ich viel gelacht und war gerührt von einer Vater-Tochter-Geschichte, die trotz aller Skurrilitäten sehr bodenständig ans Herz geht und viele Facetten unserer globalisierten Welt streift. Weiterlesen „Toni Erdmann – Ein Film zum Fremdschämen“