Thomas Hettche: Nox – der etwas andere Wenderoman

thomas_hettche_noxWas für ein kranker Scheiß?! So oder so ähnlich könnte die erste Reaktion auf Thomas Hettches Roman Nox (1995) ausfallen. Da ist eine junge Frau, die in der Nacht des Mauerfalls einen Mord begeht und anschließend namenlos und desorientiert durch Berlin irrt und von einer obszönen Situation in die nächste stolpert. Da ist das Mordopfer, ein Schriftsteller und wohl nicht ganz zufällig der Erzähler des Romans, der, während er seine eigene Verwesung kommentiert, seiner Mörderin fasziniert durch die Stadt folgt und sie bei obskuren Orgien beobachtet. Da ist ein Professor mit einer perversen Obsession für das Pathologische und ein bemitleidenswerter Mauerhund, der am Ende als sprechender Erlöser auftritt. Auf den ersten Blick alles irgendwie schräg. Auf den zweiten aber durchaus interessant, denn alles Verstörende was hier geschieht, geschieht parallel zur Maueröffnung, so dass Berlin hier sehr plastisch als geschundene, vergewaltigte Frau auftritt. Weiterlesen „Thomas Hettche: Nox – der etwas andere Wenderoman“

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