Netflix: DARK – Zeitreisen made in Germany

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(c) Netflix

Das düstere Gemälde eines ungewöhnlichen Ortes. Ein Puzzle, das sich aus drei Generationen vierer Familien zusammensetzt, deren Vergangenheit von der Zukunft abhängt. Das ist Dark, die erste deutsche Netflix-Serie, die ein bisschen an eine düstere Version von Zurück in die Zukunft erinnert, ein bisschen an Stranger Things  und auch irgendwie an einen sehr verrückten Mystery-Tatort, nicht zuletzt weil Berlin-Kommissar Mark Waschke mit von der Partie ist. Und was soll ich sagen, als Fan von Zeitreise-Filmen war sofort angefixt und fand die Serie schlicht genial. Natürlich geht es beim Thema Zeitreisen nicht ohne Logiklöcher zu und die Protagonisten stehen manchmal ein bisschen zu doll auf dem Schlauch, aber darüber kann man bei dieser starken Atmosphäre, dem fantastischen Sound und der großartigen Besetzung schon mal hinwegsehen. Weiterlesen „Netflix: DARK – Zeitreisen made in Germany“

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Filme, Serien: Was im Herbst geschah

Bevor mich der Feiertagstrubel vollends erfasst, noch eine kleine filmische Abrechnung mit dem Herbst, der bei mir dieses Jahr ganz im Zeichen von Mad Men stand. Nachdem ich für die ersten zwei und halb Staffeln über zwei Jahre gebraucht habe, ist am Ende der 3. Staffel der Knoten geplatzt, so dass ich an den dunklen Herbstabenden eigentlich nichts anderes brauchte als diese grandiose Serie. Sie ist schuld daran, dass ich beschämend wenig gelesen habe und meine Film- und Serienbilanz darüber hinaus recht random ist. Aber der Listenneurotiker in mir möchte sie nun mal trotzdem festhalten.

 

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Stranger Things – Staffel 2

Wenn eine gute Fortsetzung darin besteht, offene Fragen zu beantworten und Lücken zu schließen, ist Stranger Things 2, wie sich die 2. Staffel des Netflix-Serienhits in der Tradition der Fortsetzungen selbst bezeichnet, durchaus gelungen. Trotz dem Zeitsprung von einem Jahr, setzt die Serie genau dort an, wo sie aufgehört hat und liefert dem Zuschauer im Detail das nach, was am Ende der ersten Stranger Things Staffel offen blieb. Was geschah mit Elfie? Welche Verbindung hat Will noch zur Schattenwelt? Wie geht es mit dem Hawkings Labor weiter? Steht Nancy auf den Draufgänger Steve oder doch eher auf den introvertierten Jonathan? Akribisch greift die Fortsetzung diese Fragen auf und versucht dabei jedem seiner Protagonisten gerecht zu werden. Selbst Barb, die in der ersten Staffel als einzige unwiederbringlich dem Demogorgon zum Opfer fiel, wird hier noch nachträglich gerächt. Das ist nett, aber ist das noch spannend oder gar gruselig?
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Filme, Serien: Was im Sommer geschah

Darf man sich eigentlich noch als Filmfan bezeichnen, wenn man seit Monaten keinen neuen Film mehr gesehen hat?! Ich hoffe schon, denn der Wille war da. Es mangelte nur an der konsequenten Umsetzung. Im Sommer musste die Fiktion hinter dem wahren Leben zurückstehen. Und das war schön, denn mit einem Kleinkind, das ungern vor Sonnenuntergang nach Hause geht, fühlt man sich selbst wieder wie ein Kind: Park, Eis essen, Freibad und endlich der langersehnte Urlaub, wo mich die Romane von Elena Ferrante komplett in Beschlag nahmen. Wenn ich dann doch mal vor der Flimmerkiste landete, dann für möglichst kurzweilige, sommerliche Filme, wenn das auch sicherlich nicht ganz auf diesen Film zutrifft; den wohl erschütterndsten, den ich zuletzt, wenn nicht gar überhaupt, gesehen habe.

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Netflix: Gypsy – eine feministische Serie?

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(c) Netflix

Wer bei Gypsy, der von Netflix als Psychothriller verkauften Naomi Watts Serie, Nervenkitzel erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Denn dabei zuzusehen, wie Naomi Watts eine frustrierte Vorstadt-Ehefrau spielt, die als Therapeutin die Distanz zu ihren Patienten verliert, dürfte wohl kaum als Psychothriller durchgehen. Dafür passiert hier entschieden zu wenig – wenn man einmal von den allzu sehr gewollten Fummelszenen absieht (Fifty Shades Regisseurin Sam Taylor-Wood war am Werk).

Nichtsdestotrotz gibt die Serie einige interessante Denkanstöße. Denn womit kämpft die Hauptfigur denn im Grunde die ganze Zeit? Mit der sozialen Rolle, die ihr als Ehefrau und Mutter automatisch zugeschrieben wird, selbst wenn ihre Persönlichkeit mit dieser Rolle nicht kompatibel ist. Und so erscheint hier der Versuch, sich trotz Ehe und Kind ,,nicht selbst zu verlieren“ als pathologisch. Naomi Watts verstrickt sich in ein vermeintlich zerstörerisches Doppelleben. Weiterlesen „Netflix: Gypsy – eine feministische Serie?“

Resteverwertung: Mein Frühling in bewegten Bildern

Wenn schon Medienreflexion, dann richtig. Und so müssen auch die Filme und Serien thematisiert werden, die man nur halbherzig konsumiert hat oder die allein dem Zweck dienten, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Nach der filmintensiven Award-Season  war meine Filmauswahl in den letzten Monaten jedenfalls eher bequem und nostalgisch motiviert. Nur wenige neue, und noch weniger aktuelle Filme schafften es ins Abendprogramm. Dafür entdeckte ich die ein oder andere alte Perle wieder.

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3 Reasons Why: Tote Mädchen lügen nicht

I don’t know what I’m supposed to do, haunted by the ghost of you. (The Night We Met, Lord Huron)

Balsam für das Indie-Herz. So könnte man den Soundtrack der bisher am meisten betwitterten Netflix-Serie 13 Reasons Why (dt.: Tote Mädchen lügen nicht) beschreiben. Und so bin ich ganz froh, dass ich meine Skepsis gegenüber diesem stark gehypten, von Selena Gomez produzierten Teen-Drama doch noch überwunden habe. Andernfalls wäre ich jetzt um eine wunderbare Playlist ärmer. Oberflächlich und taktlos angesichts der ernsten Themen, die in der Serie verhandelt werden? Keineswegs, denn erstens handelt es sich dabei immer noch um fiktives, effekthaschendes Unterhaltungsfernsehen, das man nicht überbewerten sollte und zweitens ist die Serie im Kern doch lebensbejahend, was in der Musik noch am besten zum Ausdruck kommt. Und damit bin ich auch schon bei dem ersten von drei Gründen, aus denen sich die Serie durchaus lohnen kann. Weiterlesen „3 Reasons Why: Tote Mädchen lügen nicht“