Das Beste aus 2018

greta-gerwig tanzt als frances ha über eine straße-gif.gif
via GIPHY

2018 habe ich 25 Bücher gelesen (klingt verdammt wenig), 48 Filme gesehen und in 32 Serien zumindest einmal reingeguckt (klingt verdammt zu viel). Den Vorsatz vom letzten Jahr, mehr zu lesen und weniger zu glotzen, habe ich nicht eingehalten. Im Gegenteil: Die Zahl der halbherzig gebingten Serien hat eher zugenommen. Zum einen liegt das daran, dass wir uns dieses Jahr endgültig vom herkömmlichen Fernsehen verabschiedet haben. Zum anderen waren die letzten Monate so anstregend, dass ich oft weder die Muße noch die nötige Konzentration für Dinge hatte, die meine volle Aufmerksamkeit erforderten.

2018 hielt nämlich einen festen Fahrplan für mich bereit: 9 Monate Schwangerschaft, 3 Monate Baby-Wahnsinn. Und dazwischen der längste und heißeste Sommer. Und so habe ich mich auch am Ende dieses Jahres noch nicht ganz regeneriert von dieser Mutterschaft 2.0, die nebst allen emotionalen Hochs und Tiefs vor allem sehr zeitintensiv ist. Mit zwei Kids ist jede Minute, die man für sich selbst hat, ein Luxusgut. Weshalb ich im neuen Jahr auch darüber nachdenken muss, was und wie viel von diesem Blog ich noch weiterführen will. Zudem könnte er mal einen neuen Anstrich vertragen.

Seltsam wie schnell etwas, das man eigentlich zum Vergnügen macht, zu einer selbst auferlegten Pflicht wird. Hätte ich aber nicht alles dokumentiert, was ich gelesen und gesehen habe, könnte ich jetzt auch nicht diese spaßigen, kleinen Best-Of-Listen machen.

Weiterlesen „Das Beste aus 2018“
Advertisements

Oktober: Über das Glück

Oktober, das war Kinderwagenschieben durch goldenes Herbstlaub, das waren warme, weiche Croissants, liebe Besucher und eine tiefe Dankbarkeit. Für dieses idyllische Eckchen, in dem wir leben, für die Menschen, die uns zur Seite stehen. Dafür, dass die Strapazen und Sorgen der Geburt nun hinter uns liegen und das Leben mit zwei wunderbaren, gesunden Mädchen vor uns. Kleine und große Glücksmomente, die genauso schnell gingen wie sie kamen. Weil Glück nun mal kein Dauerzustand ist und sich spätestens dann verflüchtigt, wenn die Schlaflosigkeit überhand nimmt.

Glück, das war auch das Thema der meisten Filme, die ich diesen Monat gesehen habe. Das Suchen und Finden und das Immer-wieder-an-sich-selbst-scheitern.  Weiterlesen „Oktober: Über das Glück“

Reisen im Selfie-Zeitalter: Pedal the World // Expedition Happiness

Ein Ausblick auf den Grand Ganyon.
Posen vor schönen Landschaften – zählt das schon als Reisedoku?

Wenn man gerade in der Babyblase lebt, rückt das Reisen, genauso wie das Sich-betrinken-und-bis-in-die-Morgenstunden-Tanzen-gehen, in unerreichbare Ferne. Zum Glück gibt es Filme, die ein bisschen von dieser Reiseaufregung ins heimische Wohnzimmer bringen. Nachdem ich gerade Expedition Happiness und seinen Vorgänger Pedal the World – beide von Netflix als Reisedokus deklariert – gesehen habe, bin ich tatsächlich etwas aufgebracht. Doch nicht wegen der schönen Reisebilder, sondern mehr darüber, dass sich diese Filme überhaupt Reisedokus nennen dürfen.

Von einem Sensationserfolg ist bei Expedition Happiness (2017) die Rede, von einem der erfolgsreichsten deutschen Dokumentarfilme in den letzten Jahren bei seinem Vorgänger Pedal the World (2015) – beide Produktionen von Reise- und Filmamateur Felix Starck. Da fragt man sich: Wie niedrig ist die Erwartungshaltung an Reisedokus heute eigentlich und warum kommt nicht einfach jedes Urlaubsvideo in die Kinos? Außer schönen Landschaftsaufnahmen und jeder Menge Selfie-Posen, wie sie heute wohl ein jeder Tourist auf seiner Kamera hat, gibt es in diesen Filmen nämlich nur eins zu sehen: wie man sich medienwirksam selbst vermarktet. Weiterlesen „Reisen im Selfie-Zeitalter: Pedal the World // Expedition Happiness“

September: Maniac // Sierra Burgess is a Loser

Im September kam Baby Nr. 2. Damit verwandelte ich mich praktisch über Nacht in ein milchspendendes Wärmekissen, lag viel im Bett und beobachtete den Herbstbeginn von meinem Fenster aus. Während das Baby, das so ganz anders gestrickt zu sein scheint als seine Schwester, das Goldwerden der Bäume verschlief, las ich ein paar Bücher und fütterte Google mit sinnlosen Suchanfragen (Wie viel Schlaf ist normal für ein Baby?).

Ich wäre aber nicht ich, wenn mir diese Bildschirmzeit schon ausgereicht hätte. So sehr mir der Schlafmangel in der Nacht auch zusetzt, auf meine Stunde Serienzeit am Abend verzichte ich nur ungern. Wie ein gutes Buch (für das ich abends meistens zu erschöpft bin) braucht mein Hirn sie als Ausgleich zum ewigen Stillen und Wickeln. Und so haben auch in diesem September, der ganz im Zeichen unseres neuen Mädchens stand, ein paar Netflix-Neuheiten meine Aufmerksamkeit erregt. Wie die (leider zu Unrecht) viel beworbene Miniserie Maniac mit Emma Stone und Jonah Hill. Oder der Teeniefilm Sierra Burgess is a Loser.

Weiterlesen „September: Maniac // Sierra Burgess is a Loser“

Filme, Serien: Was im Frühling geschah

13-reasons-why-gif

Der Film und ich, wir leben uns langsam auseinander, so scheint mir. Wie oft sitze ich vor Netflix und Co. und klick mich ewig durch das Angebot, nur um am Ende doch wieder die Folge einer Serie zu starten. Woran das liegt: Hauptsächlich am Mangel neuer, aber vor allem guter Filme. Denn entweder gibt es hier schon zig mal gesehene Blockbuster oder irgendwelche B-Ware, die scheinbar billig zu haben war und so fast immer enttäuscht.

Früher liebte ich es, die Videothek nach neuen Filmen zu durchstreifen. Heute gibt es in meiner Umgebung keine Videotheken mehr. Und ja Online-Videotheken mögen praktisch sein, aber es tut dann doch weh, für die einmalige Sichtung eines Filmes auf der heimischen Couch 5 Euro hinzublättern. Man nenne mich geizig, aber dann greife ich meistens doch lieber auf die magere Auswahl der Streaming-Dienste zurück…und werde enttäuscht. Ein Teufelskreis. Wie macht ihr das? Irgendwelche Tipps zur Filmauswahl im Online-Dschungel?

Im vergangenen Frühling gab es jedenfalls nur einen Film, der mich so richtig beeindruckt hat und das war Frances Ha. Selbst Lady Bird, das oscar-nominierte Regie-Erstlingswerk von Greta Gerwig, das ich vor kurzem im Open-Air-Kino sah, konnte es mit diesem leichtfüßigen Schwarz-Weiß-Film nicht aufnehmen.

An guten Serien mangelte es dagegen wieder mal nicht. Bad Banks und die 2. Staffel von 13 Reasons Why waren da nur die Spitze des Eisbergs. Letztere wird meiner Meinung nach zu Unrecht so hart kritisiert. Wer hier noch „Victim Blaming“ oder Gewaltverherrlichung unterstellt (wie zum Beispiel hier gelesen), der hatte bei der Serie Augen und Ohren geschlossen. Womit ich es im Frühling noch so zu tun hatte… Weiterlesen „Filme, Serien: Was im Frühling geschah“

13 Reasons Why – Staffel 2

Wie setzt man eine Geschichte fort, die eigentlich auserzählt ist? Wie schafft man eine würdige Fortsetzung für ein Format, das so viele kontroverse Diskussionen ausgelöst hat? Nicht indem man einfach eine neue hanebüchene Geschichte hinzudichtet – wie ich es für die Fortsetzung von  13 Reasons Why (Tote Mädchen lügen nicht) befürchtet hatte – sondern indem man all diesen Kontroversen einen eigenen Platz in der Geschichte einräumt und aus der Kritik an der ersten Staffel lernt.

Und was soll ich sagen, ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber die 2. Staffel der Netflix-Serie, die Hannahs Selbstmord im Rahmen einer Gerichtsprozesses aus verschiedenen Blickwinkeln reflektiert, gefiel mir sogar besser als die erste. Sie ist weniger plakativ, weniger durchgestylt, weniger genrefixiert – dafür aber um einiges tiefgehender, gründlicher und ja, auch spannender. Immerhin steht der Ausgang der Handlung nicht von vornherein fest. Weiterlesen „13 Reasons Why – Staffel 2“

Serien: Was im Winter geschah II

Ich weiß ja nicht, wie ihr das schafft, liebe Mitblogger, aber ich bin selten richtig up to date mit meinen Beiträgen. Vielleicht ist es auch ein unmögliches Unterfangen, inmitten von Job, Kind und Co. alles zu dokumentieren, was man so liest und schaut. Und natürlich ist es auch nicht gerade hilfreich, wenn man sich statt auf eine Sache gleich auf mehrere konzentriert. Aber so unvernünftig und ineffizient das auch ist, ich möchte mich nicht zwischen dem Buch- und dem Filmbloggen entscheiden. Dafür macht mir beides gerade einfach zu viel Spaß.

Konkret bedeutet das, alles wofür in den letzten Monaten keine Zeit war, wird eben kompakt zusammengefasst. Nach den Filmen des Winters sind nun die Serien an der Reihe. Die Auswahl (u. a. Fargo, Black Mirror, Riverdale) ist ziemlich netflixlastig, was mir zunehmend zu denken gibt. Vor ein paar Jahren wäre eine solche Abhängigkeit und damit ja auch Einschränkung des eigenen Sichtfeldes noch unvorstellbar gewesen (man stelle sich mal vor, man konsumiert nur noch Produktionen einer ganz bestimmten TV-App). Aber ganz so schlimm ist das nun doch nicht. Mit Mr. Robot entdecke ich gerade, dass auch Prime einiges zu bieten hat. Und außerdem sind die meisten Netflix-Serien leider nun mal verdammt gut.

skeet_ulrich_riverdale_giphy
via Giphy

Weiterlesen „Serien: Was im Winter geschah II“