Stranger Things – Staffel 2

Wenn eine gute Fortsetzung darin besteht, offene Fragen zu beantworten und Lücken zu schließen, ist Stranger Things 2, wie sich die 2. Staffel des Netflix-Serienhits in der Tradition der Fortsetzungen selbst bezeichnet, durchaus gelungen. Trotz dem Zeitsprung von einem Jahr, setzt die Serie genau dort an, wo sie aufgehört hat und liefert dem Zuschauer im Detail das nach, was am Ende der ersten Stranger Things Staffel offen blieb. Was geschah mit Elfie? Welche Verbindung hat Will noch zur Schattenwelt? Wie geht es mit dem Hawkings Labor weiter? Steht Nancy auf den Draufgänger Steve oder doch eher auf den introvertierten Jonathan? Akribisch greift die Fortsetzung diese Fragen auf und versucht dabei jedem seiner Protagonisten gerecht zu werden. Selbst Barb, die in der ersten Staffel als einzige unwiederbringlich dem Demogorgon zum Opfer fiel, wird hier noch nachträglich gerächt. Das ist nett, aber ist das noch spannend oder gar gruselig?
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Die 5 BESTEN am Donnerstag #51: Sommerfilme

Sommerfilme mag ich. Das Timing ist perfekt. Zeit, mal wieder bei Goranas 5 BESTEN am Donnerstag mitzumachen. Und weil man den Sommer als Kind noch am intensivsten erlebt hat und dazu noch viel Zeit zum Filmegucken hatte, fallen mir zum Thema Sommerfilme spontan erstmal ein paar Kinder- bzw. Jugendfilme ein. Die nämlich, die auf mich auch heute noch eine magische Wirkung haben. Hauptsächlich wegen der Erinnerungen an sechs ewig lange Ferienwochen. Hier also meine 5 besten Sommerfilme.
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Resteverwertung: Mein Frühling in bewegten Bildern

Wenn schon Medienreflexion, dann richtig. Und so müssen auch die Filme und Serien thematisiert werden, die man nur halbherzig konsumiert hat oder die allein dem Zweck dienten, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen. Nach der filmintensiven Award-Season  war meine Filmauswahl in den letzten Monaten jedenfalls eher bequem und nostalgisch motiviert. Nur wenige neue, und noch weniger aktuelle Filme schafften es ins Abendprogramm. Dafür entdeckte ich die ein oder andere alte Perle wieder.

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Freitagabend im La La Land

img_20170114_120044Hach, über diesen Film kann man nur ins Schwärmen geraten. Als die Lichter wieder angingen, wäre ich am liebsten singend aus dem Kino gesteppt. La La Land von Damien Chazelle ist eine außergewöhnlich schön inszenierte Liebesgeschichte, eine Liebeserklärung an wagemutige Träumer und eine Hommage an den Glanz früherer Hollywoodfilme wie Singin‘ in the Rain. Vor allem nimmt der Film sich selbst nicht allzu ernst und weiß so sehr gut zu unterhalten. Eskapismus? Auf jeden Fall, aber dafür wurde das Kino schließlich erfunden.

City of Stars, are you shining just for me?

Mia (Emma Stone) möchte es als Schauspielerin schaffen, Sebastian (Ryan Gosling) ist Jazz-Musiker mit Leib und Seele. Wie unzählige andere jagen sie tagtäglich in LA ihrem Traum hinterher und laufen sich dabei immer wieder zufällig über den Weg. Zwei Träumer, die sich verlieben, wortwörtlich auf Wolke 7 schweben und aller Vernunft zuwider an ihren Leidenschaften festhalten.

Die Kulisse für diese zauberhafte Liebesgeschichte bildet LA, die Stadt der Stars und Sternchen, der Sehnsuchtsort so vieler Künstler und Träumer. Die Stadt empfängt sie nicht gerade mit offenen Armen, ist in diesem Film aber dennoch ein magischer Ort, wo die Sonne immer scheint, der alte Glamour Hollywoods omnipräsent ist und der stets lilafarbene Himmel zum Singen, Tanzen und Verlieben inspiriert.

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Anna Galkina: Das kalte Licht der fernen Sterne

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,,Vieles wird mir fehlen. Die Farben des Sommers, die alte Linde, die zarten Grashalme, die Butterblumen, die am Fundament wachsen. Der Duft des Flieders, die Aromen von reifen Äpfeln und Himbeeren, die Geheimverstecke, der Dachboden, wo die Stimmen aus der Vergangenheit klingen, das Brennnesseldickicht am morschen Zaun, das hallende Echo im dunklen Wasser des Gartenbrunnens, das Leuchten des Morgentaus, die tanzenden Sonnenstrahlen auf dem Wohnzimmerboden, die geschwungenen Muster auf der Fensterscheibe, die der Frost zeichnet, der Garten im Schnee, das bläuliche Licht des Winters, der hohe schwarze Himmel, das kalte Licht der fernen Sterne.“ (Anna Galkina: Das kalte Licht der fernen Sterne)

Es sind die kleinen Dinge, an denen die Erinnerung am besten haften bleibt und die kleinen Dinge, die es vermögen, eine große Sehnsucht auszudrücken. Diese Sehnsucht nach einer Heimat, die es längst nicht mehr gibt – die Sowjetunion in ihren letzten Zügen Ende der 80er Jahre – ist in Anna Galkinas kürzlich erschienenem Erstlingswerk deutlich zu spüren. Und das obwohl der Roman vor Gewalt nur so strotzt und ein vernichtendes Bild vom Sowjetmenschen zeichnet. Weiterlesen „Anna Galkina: Das kalte Licht der fernen Sterne“

Michael Chabon: Telegraph Avenue – wie ein Tarantino Film

Wenn man beginnt das Buch eines Pulitzer-Preisträgers zu lesen, einen ,,Roman zum Niederknien“, einen ,,der sich in die großen Werke der amerikanischen Gegenwartsliteratur einreiht“(so der Verlag) und laut Kritikern das beste ist, was Literatur zu bieten hat (Stand 2014), dann sind die Erwartungen groß. In meinem Fall zu groß. Denn ich habe zwar alle 668 Seiten gelesen, war am Ende aber froh, es hinter mich gebracht zu haben. Zu wenig Wesentliches wird auf zu vielen Seiten erzählt. Zu detailliert werden die banalsten Situationen beschrieben. Und zu lang sind die mit Nebensätzen vollgestopften Sätze, die sich manchmal über mehrere Seiten hinziehen.

Bei Telegraph Avenue geht es nicht eigentlich darum, eine Geschichte zu erzählen, sondern darum, ein buntes Zeitkolorit zu entwerfen und so ist das Buch voller Anspielungen und Verweise auf die schwarze Musikgeschichte, auf den Soul und Funk der 70er Jahre, auf trashige Kung-Fu Filme und vieles mehr, das heute als Retro und bei selbsternannten Nerds als hip gilt. Es ist wie ein Tarantino Film. Nur dass die Musik dazu selbstständig nachrecherchiert werden muss. Wer mit diesen popkulturellen Anspielungen wenig anfangen kann, so wie ich, den wird das Buch kaum fesseln. Für alle anderen mag es ein Volltreffer sein, denn es bietet reichlich kulturellen Gedankenstoff. Weiterlesen „Michael Chabon: Telegraph Avenue – wie ein Tarantino Film“

Stranger Things – eine Hommage an die Filme unserer Kindheit

Schon der Schriftzug des Serientitels weckt Nostalgie-Gefühle. Kein Wunder, scheinen die Buchstaben direkt einem Stephen King Buchcover entsprungen zu sein. Hört man dann die düsteren Synthesizer-Klänge der Titelmelodie, weiß man, man hat sich nicht getäuscht, hier legt es jemand bewusst drauf an, uns in die 80er Jahre zurückzubefördern. In die Zeit als Horrorfilme wie Poltergeist und Nightmare on Elm Street  noch schockten und es gleichzeitig diese wunderbaren Coming-of-Age Filme wie Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers, Die Goonies oder E.T. – Der Außerirdische gab, in denen Freundschaft und der Zauber der kindlichen Phantasie über alles gingen. Die Science-Fiction-Mystery Serie Stranger Things, ein Netflix Original, das derzeit in aller Munde ist, ist ein Konglomerat all dieser Filme.

Die Serienschöpfer (Matt und Ross Duffer, Jahrgang 84) scheinen ganz bewusst das Beste aus diesem Mystery-Genre der 80er Jahre herausgepickt zu haben, um es mit viel Liebe neu zusammenzusetzen. Stranger Things ist wie eine Mischung aus einem Stephen King Roman und einem Steven Spielberg Film, im Retro-Look der 80er, mit viel Grusel, Magie und kindlichem Charme – und Winona Ryder, einem längst verglühten Hollywood-Stern, der hier passenderweise sein Comeback feiert. Weiterlesen „Stranger Things – eine Hommage an die Filme unserer Kindheit“