September: Maniac // Sierra Burgess is a Loser

Im September kam Baby Nr. 2. Damit verwandelte ich mich praktisch über Nacht in ein milchspendendes Wärmekissen, lag viel im Bett und beobachtete den Herbstbeginn von meinem Fenster aus. Während das Baby, das so ganz anders gestrickt zu sein scheint als seine Schwester, das Goldwerden der Bäume verschlief, las ich ein paar Bücher und fütterte Google mit sinnlosen Suchanfragen (Wie viel Schlaf ist normal für ein Baby?).

Ich wäre aber nicht ich, wenn mir diese Bildschirmzeit schon ausgereicht hätte. So sehr mir der Schlafmangel in der Nacht auch zusetzt, auf meine Stunde Serienzeit am Abend verzichte ich nur ungern. Wie ein gutes Buch (für das ich abends meistens zu erschöpft bin) braucht mein Hirn sie als Ausgleich zum ewigen Stillen und Wickeln. Und so haben auch in diesem September, der ganz im Zeichen unseres neuen Mädchens stand, ein paar Netflix-Neuheiten meine Aufmerksamkeit erregt. Wie die (leider zu Unrecht) viel beworbene Miniserie Maniac mit Emma Stone und Jonah Hill. Oder der Teeniefilm Sierra Burgess is a Loser.

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Gute Urlaubslektüre? Gelesen im Sommer

In den letzten Wochen wurde ich häufiger gefragt, ob ich ein gutes Buch für den Urlaub empfehlen könne. Ich empfahl Bücher, die mir zuletzt gut gefallen hatten und bekam zu hören: Die seien zu ernst oder zu nah dran am eigenen Leben. Auf die Frage, was denn nun gute Urlaubslektüre ausmache, habe ich keine zufriedenstellende Antwort bekommen.

Sollte es etwas möglichst Simples und Vorhersehbares sein (siehe Charlotte Link und Co.), um die grauen Zellen wenigstens im Urlaub zu schonen? Sollten es Bücher aus dem jeweiligen Urlaubsland sein, die das Urlaubsfeeling thematisch noch unterstreichen oder andersherum: genau das Gegenteil, um einem Lagerkoller vorzubeugen? Wann wenn nicht im Müßiggang der Ferienzeit sollte man genau die Bücher lesen, nach denen einem gerade der Sinn steht?

Ich widme mich diesen Fragen mit einem Blick auf meine eigene Sommerlektüre. Ich wurde in den Bann gezogen von Emma Clines The Girls, habe gelacht bei Marc-Uwe Klings Qualityland und geweint bei Anthony Doerrs Kurzgeschichtensammlung Die Tiefe.

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Serien: Was im Winter geschah II

Ich weiß ja nicht, wie ihr das schafft, liebe Mitblogger, aber ich bin selten richtig up to date mit meinen Beiträgen. Vielleicht ist es auch ein unmögliches Unterfangen, inmitten von Job, Kind und Co. alles zu dokumentieren, was man so liest und schaut. Und natürlich ist es auch nicht gerade hilfreich, wenn man sich statt auf eine Sache gleich auf mehrere konzentriert. Aber so unvernünftig und ineffizient das auch ist, ich möchte mich nicht zwischen dem Buch- und dem Filmbloggen entscheiden. Dafür macht mir beides gerade einfach zu viel Spaß.

Konkret bedeutet das, alles wofür in den letzten Monaten keine Zeit war, wird eben kompakt zusammengefasst. Nach den Filmen des Winters sind nun die Serien an der Reihe. Die Auswahl (u. a. Fargo, Black Mirror, Riverdale) ist ziemlich netflixlastig, was mir zunehmend zu denken gibt. Vor ein paar Jahren wäre eine solche Abhängigkeit und damit ja auch Einschränkung des eigenen Sichtfeldes noch unvorstellbar gewesen (man stelle sich mal vor, man konsumiert nur noch Produktionen einer ganz bestimmten TV-App). Aber ganz so schlimm ist das nun doch nicht. Mit Mr. Robot entdecke ich gerade, dass auch Prime einiges zu bieten hat. Und außerdem sind die meisten Netflix-Serien leider nun mal verdammt gut.

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via Giphy

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Filme: Was im Winter geschah

…oder auch: die Liste mit der (fast) schlechtesten Filmauswahl ever. Zumindest bis zum Ende dieses Winters, wo es dank ein bisschen Output von außen (vielen Dank, Frau Roeper) dann doch ein paar filmische Perlen gab (Three Billboards Outside Ebbing, Mississippi und Raum). Besonders letzterer hat mich ziemlich mitgenommen und tagelang nicht mehr losgelassen. Bis dahin war die Auswahl aber eher lustlos und auf Wohlfühl-Filme ausgelegt, ganz nach dem Motto ,,Wenn wir nicht mehr können, schau’n wir uns ’ne Romcom an.“

Ein Motto, mit dem ich leider kein gutes Händchen bewiesen habe. Mit wenigen Ausnahmen waren die meisten Filme, von denen ich mir ein bisschen Unterhaltung erhofft hatte, leider Mist. Warum diese Bequemlichkeit und nur ein minimales Interesse für die Filmkunst oder die diesjährigen Oscar-Favoriten? Ich habe eine ziemlich gute Ausrede: Der Klops bekommt Verstärkung. Dementsprechend habe ich mich hormongesteuert und schläfrig durch den Winter geschleppt. Man möge Nachsicht mit mir haben. Aber seht selbst.

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Netflix: DARK – Zeitreisen made in Germany

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(c) Netflix

Das düstere Gemälde eines ungewöhnlichen Ortes. Ein Puzzle, das sich aus drei Generationen vierer Familien zusammensetzt, deren Vergangenheit von der Zukunft abhängt. Das ist Dark, die erste deutsche Netflix-Serie, die ein bisschen an eine düstere Version von Zurück in die Zukunft erinnert, ein bisschen an Stranger Things  und auch irgendwie an einen sehr verrückten Mystery-Tatort, nicht zuletzt weil Berlin-Kommissar Mark Waschke mit von der Partie ist. Und was soll ich sagen, als Fan von Zeitreise-Filmen war sofort angefixt und fand die Serie schlicht genial. Natürlich geht es beim Thema Zeitreisen nicht ohne Logiklöcher zu und die Protagonisten stehen manchmal ein bisschen zu doll auf dem Schlauch, aber darüber kann man bei dieser starken Atmosphäre, dem fantastischen Sound und der großartigen Besetzung schon mal hinwegsehen. Weiterlesen „Netflix: DARK – Zeitreisen made in Germany“

T.C. Boyle: Die Terranauten

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(c) Hanser Literaturverlage

4 Frauen, 4 Männer – 2 Jahre zusammen eingeschlossen in einem ,,Megaterrarium“ mit künstlich geschaffener Biosphäre und ein paar Tieren zwecks Nahrungserzeugung. Nichts rein, nichts raus lautet das felsenfeste Motto dieses wissenschaftlichen Experiments, das für das Leben auf dem Mars vorbereiten soll, in diesem Roman von T.C. Boyle jedoch eher wie ein Reality TV-Format daherkommt. Ganz bewusst, könnte man meinen, widmet er sich in Die Terranauten (2017) mehr den kleinkarierten, menschlichen Rivalitäten als den großen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Und doch fragt man sich irgendwann leider: Besteht der Roman eigentlich nur aus heißer Luft?
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Der September in Filmen

Der Herbst war schneller da als erwartet und mit ihm das Bedürfnis, sich einzuigeln. Wenn nicht gerade eine Folge Mad Men (aktuell Staffel 4 und es ist die pure Freude), musste es ein zur Stimmung passender Film sein. Ein paar Filme sind im September also zusammengekommen: ein Filmklassiker aus den 70ern, was fürs Herz, zwei Blödelfilme für die kopflose Unterhaltung, zwei bewegende Musiker-Dokus und neben Berlin Syndrom sogar noch ein weiterer aktueller Film, der obwohl vielversprechend, leider ein Reinfall war.

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