Gute Urlaubslektüre? Gelesen im Sommer

In den letzten Wochen wurde ich häufiger gefragt, ob ich ein gutes Buch für den Urlaub empfehlen könne. Ich empfahl Bücher, die mir zuletzt gut gefallen hatten und bekam zu hören: Die seien zu ernst oder zu nah dran am eigenen Leben. Auf die Frage, was denn nun gute Urlaubslektüre ausmache, habe ich keine zufriedenstellende Antwort bekommen.

Sollte es etwas möglichst Simples und Vorhersehbares sein (siehe Charlotte Link und Co.), um die grauen Zellen wenigstens im Urlaub zu schonen? Sollten es Bücher aus dem jeweiligen Urlaubsland sein, die das Urlaubsfeeling thematisch noch unterstreichen oder andersherum: genau das Gegenteil, um einem Lagerkoller vorzubeugen? Wann wenn nicht im Müßiggang der Ferienzeit sollte man genau die Bücher lesen, nach denen einem gerade der Sinn steht?

Ich widme mich diesen Fragen mit einem Blick auf meine eigene Sommerlektüre. Ich wurde in den Bann gezogen von Emma Clines The Girls, habe gelacht bei Marc-Uwe Klings Qualityland und geweint bei Anthony Doerrs Kurzgeschichtensammlung Die Tiefe.

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Zweifelhafte Buchgeschenke: Ellen Sandberg, Charlotte Link & Co.

Buchcover von Ellen Sandberg und Charlotte LinkJeder, der in seinem Familien- und Freundeskreis als passionierter Leser verschrien ist, kennt das: Buchgeschenke, die so gar nichts mit dem eigenen Geschmack zu tun haben. Mir geht es jedes Mal so, wenn mir mein Bruder mal wieder einen Charlotte-Link-Krimi untern Weihnachtsbaum legt. Ich bin kein großer Fan von Krimis und schon gar nicht von solchen, die an die 600 Seiten heiße Luft enthalten. (Wie ist es sonst zu erklären, dass Leute wie Charlotte Link solche Wälzer am Fließband produzieren können?)

Aber ich will nicht meckern. Mein Bruder liest selbst nicht und muss daher annehmen, dass das was im Buchladen oder an Autobahnraststätten auf den vorderen Plätzen steht, gut ist. Und manchmal, nur manchmal erweist sich ein solches Buch tatsächlich als spannend. So ergangen ist es mir im letzten Urlaub jedenfalls mit Ellen Sandbergs Die Vergessenen (2018). Leichte Kost, die sich an einem Tag weglesen lässt, als Gegenprogramm zur bedeutungsschweren Großliteratur (siehe Grass‘ Blechtrommel, die mich zuletzt so gequält hat). Wie gemacht für den faulen All-Inclusive-Urlauber, der einfach mal den Kopf ausschalten will. Andere Romane wie Links Die Entscheidung (2016) sind in ihrer Banalität so schwer zu ertragen, dass sie wahrscheinlich für immer halb gelesen auf meinem Nachttisch ausharren müssen. Weiterlesen „Zweifelhafte Buchgeschenke: Ellen Sandberg, Charlotte Link & Co.“