3 Reasons Why: Tote Mädchen lügen nicht

I don’t know what I’m supposed to do, haunted by the ghost of you. (The Night We Met, Lord Huron)

Balsam für das Indie-Herz. So könnte man den Soundtrack der bisher am meisten betwitterten Netflix-Serie 13 Reasons Why (dt.: Tote Mädchen lügen nicht) beschreiben. Und so bin ich ganz froh, dass ich meine Skepsis gegenüber diesem stark gehypten, von Selena Gomez produzierten Teen-Drama doch noch überwunden habe. Andernfalls wäre ich jetzt um eine wunderbare Playlist ärmer. Oberflächlich und taktlos angesichts der ernsten Themen, die in der Serie verhandelt werden? Keineswegs, denn erstens handelt es sich dabei immer noch um fiktives, effekthaschendes Unterhaltungsfernsehen, das man nicht überbewerten sollte und zweitens ist die Serie im Kern doch lebensbejahend, was in der Musik noch am besten zum Ausdruck kommt. Und damit bin ich auch schon bei dem ersten von drei Gründen, aus denen sich die Serie durchaus lohnen kann. Weiterlesen „3 Reasons Why: Tote Mädchen lügen nicht“

LOVE: Eine (Anti)Liebesserie

Judd Apatow hat ein Händchen für Serien. Wenn man bedenkt, dass seine Filme, die nun nicht gerade zu den großen Epen zählen, nie unter 2 Stunden liegen, ist es womöglich sogar das Format, das seinem Erzählstil am besten entspricht. Bei ihm muss nicht jede Szene handlungstreibend sein und nicht jedem Dialog eine Pointe innewohnen. Schlimmstenfalls führt das dazu, dass keine Spannung aufkommt. Bestenfalls fühlt es sich so an, als würden die Figuren von ihrer Künstlichkeit befreit, wenn sie einfach banales Zeug schwafeln und ganz alltäglichen Kram machen dürfen. Ich persönlich empfinde diese Erzählweise als entspannend, vor allem an anstrengenden Tagen, an denen ich mich genauso unzulänglich fühle wie Apatows stets etwas freakig wirkende Figuren.

Nach Freaks & Geeks und Girls war ich jedenfalls zuletzt ganz entzückt von Love, seiner Netflix-Serie, in der es einmal mehr um das Beziehungs- und Paarungsverhalten junger Großstädter geht. Was Lena Dunham für Girls ist, ist Paul Rust für Love. Ein bis dato recht unbekannter Schauspieler, der auf den ersten Blick nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, Love aber nicht nur mitentwickelt, produziert und geschrieben hat, sondern auch noch die männliche Hauptrolle spielt. Nicht zuletzt seiner naiven, unbeholfenen Art und der wunderbaren Gillian Jacobs (aka der verrückten Mimi-Rose aus Girls) ist es zu verdanken, dass diese Serie, obwohl sie nicht wirklich etwas Neues erzählt, großen Spaß macht. Weiterlesen „LOVE: Eine (Anti)Liebesserie“

The Vampire Diaries: Das längst überfällige Ende

Serienenden machen mich rührselig, selbst dann noch wenn die Serie ihren Zenit längst überschritten hat. Und so sehe ich mich in der Pflicht, dieser einst geliebten Guilty Pleasure Serie mit ein paar Worten meine letzte Ehre zu erweisen.

Als ich anfing The Vampire Diaries zu gucken, war ich Studentin und wohnte in einer Mädels-WG, in der der Mittwochabend ganz Jules-Mumm-mäßig für Serien reserviert war. Heute lebe ich in einer anderen Stadt, bin Mutter und in der Realität des Berufslebens angekommen. Einen festen Serienabend gibt es nicht mehr, weil alles ständig online verfügbar ist. Was ich damit sagen will: In 8 Jahren passiert sehr viel, auch mit einer Serie. Vom bloßen Twilight-Abklatsch etablierte sich The Vampire Diaries (2009-2017) zu einem populären Teen-Fantasy-Drama, erschuf ein eigenes mythisches Universum aus Vampiren, Hexen und Doppelgängern, kreierte ein Spin-Off (The Originals) und versank schließlich in der Belanglosigkeit. Zumindest für mich, die ich längst nicht mehr zur Zielgruppe gehöre. Mit der letzten Episode der 8. Staffel am 10. März nahm das Drama um zwei jahrhundertealte Vampir-Brüder, die sich in das selbe Mädchen verlieben, nun endlich sein Ende. Ein paar Jahre zu spät und mit so einigen Schwächen, wie ich finde, aber dennoch emotional. Weiterlesen „The Vampire Diaries: Das längst überfällige Ende“

The Affair – Staffel 3

Jeder lebt in seiner eigenen Version der Wahrheit. (Juliette, The Affair)

Diese Erkenntnis wird dem Zuschauer in der 3. Staffel von The Affair einmal mehr sehr eindringlich vor Augen geführt, und zwar plastischer denn je, in Gestalt eines fettleibigen, äußerst fiesen Brendan Fraser.

Es ist kein Zufall, dass diese Worte zu Beginn der Staffel ausgerechnet von der Neuen ausgesprochen werden: Juliette (Iréne Jacob), eine Gastdozentin der Mediävistik aus Paris, die der frisch aus der Haft entlassene Noah an seinem neuen Arbeitsplatz kennenlernt. Juliette bringt in dieser Staffel eine Menge Licht ins Dunkel und bildet eine wichtige Klammer. Zu Beginn rettet sie Noah das Leben. Am Ende führt ihre ganz eigene Geschichte um Liebe und Tod indirekt dazu, dass Noah endlich mit der Vergangenheit abschließen kann.

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Gilmore Girls: A Year in the Life

Die letzten vier Worte, mit denen Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino die Gilmore Girls seit jeher hatte enden lassen wollen, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Nach einem sechsstündigen Serienmarathon, der seine Höhen und Tiefen hatte, ließen uns diese wie aus dem Nichts kommenden Worte völlig verdattert und kein bisschen befriedigt zurück. Denn was sollte das eigentlich anderes sein als Effekthascherei? Weder passte diese Wendung zur vorangegangen Story, noch brachte sie einen richtigen Abschluss. Das einzige, was man dieser Circle-of-Life Idee zugute halten kann, ist dass sie viele Spekulationen möglich macht. Aber ist es wirklich das, was man sich von einem Serienende wünscht: noch mehr Fragen und Spekulationen? Weiterlesen „Gilmore Girls: A Year in the Life“

Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #21: Die besten Serienpaare

Dieses Mal konnte ich Goranas 5 BESTEN einfach nicht widerstehen. Dafür bin ich ein zu großer Fan von Serienpaaren. Kommen sie zusammen oder nicht, ist für mich manchmal schon alles, was es an Dramaturgie braucht. Na gut, über die Jahre sind meine Ansprüche doch etwas gestiegen. Aber einige Serienpaare, die ich zu Teenie-Zeiten angehimmelt habe, liebe ich nach wie vor (Kelly und Dylan 4 ever). Die beiden haben es leider nicht mehr in meine Liste geschafft, genauso wenig wie Angela Chase und Jordan Catalano und leider auch nicht Doug und Carrie und Marshall und Lily, die Vorbilder für eine perfekte Beziehung. Dafür hier meine 5 besten Serienpaare: Weiterlesen „Die 5 BESTEN am DONNERSTAG #21: Die besten Serienpaare“

Eine Oktober Retrospektive

Während die Tage im Oktober kürzer und dunkler wurden, fochten wir zu Hause einen permanenten Kampf gegen hartnäckige Kita-Viren aus. Am Ende des Tages brauchte ich zum Ausgleich etwas Leichtes und Aufmunterndes.

Serien

Das fand ich diesen Monat vor allem in Freaks and Geeks (dt. Voll daneben, voll im Leben). Eine herrliche High-School-Serie, produziert von Judd Apatow, die 2000 nach nur einer Staffel eingestellt wurde und aus heutiger Sicht vor allem wegen ihres erfolgreichen Casts (u. a. James Franco, Seth Rogen, Jason Segel) interessant ist. Aber auch darüber hinaus bietet sie jede Menge Sehenswertes: liebenswerte Charaktere, Stereotype, die aufs Korn genommen werden und jede Menge Apatow typischen Humor, auch wenn die Serie recht konventionell daherkommt und ihr Niveau leider nicht über die gesamte Staffel halten kann. Weiterlesen „Eine Oktober Retrospektive“